Leserbriefe

Sprengung mit Gottes Segen?

02.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Bei Demonstration kursieren Gerüchte“ vom 30. August. Mit Erschrecken ist zu lesen, dass Vorbereitungen getroffen wurden, den Südflügel des Bahnhofs durch Sprengung zu zerstören, und dass die Bahn dazu schweigt. Ein Jahr nach der brutalen Zerstörung des Nordflügels nun also eine weitere Machtdemonstration der Bahn mit Duldung der Regierung? Am Samstag hat der SPD-Fraktionsführer Claus Schmiedel auf dem Schlossplatz in Stuttgart vor der Mehrheit der Befürworter, nach Polizeiangaben immerhin 500, mit wahrer Hingabe verkündet: „Wir sind die Guten“ und „Über Stuttgart 21 liegt Gottes Segen“. Also auch über der Sprengung und Zerstörung eines gut funktionierenden Bahnhofs?

Man mag es kaum glauben, dass mit dieser Einstellung die SPD-Abgeordneten im Landtag gezwungen werden, an dem Finanzierungsgesetz festzuhalten. Das Parlament wurde mit falschen Kostenangaben getäuscht und die Mischfinanzierung verstößt gegen das Grundgesetz. Das kann nicht mit einer Volksabstimmung in Ordnung gebracht werden, sondern vor Gericht und im Parlament. Und erst wenn das klar ist und die wahren Kosten für Stuttgart 21, Kopfbahnhof 21 und die Kombilösung SK2.2. vorliegen, kann das Volk gerufen werden. Aber die Schularbeiten der Politik müssen vorher erledigt werden, wenn nötig auch mit Gottes Segen.

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