Leserbriefe

Spekulation mit Lebensmitteln

07.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reiner Essl, NT-Reudern. Zum Artikel „Bio-Eier – Auch Verbraucher im Südwesten getäuscht“ vom 26. Februar. Gebetsmühlenartig kommt jedes Jahr ein neuer Lebensmittelskandal an die Öffentlichkeit. Der Verbraucher verfällt in Schockstarre, wobei dieser Zustand nicht lange anhält. Die Ekelliste, wie BSE, Antibiotika im Schweinefleisch, Dioxin im Schweinefutter, Gammelfleisch, krebserregende Farbstoffe in Gewürzen, scheint schon beinahe vergessen. Nun sind Pferdefleisch und falsche Bio-Eier hochgeschwappt und werden wohl auch wieder eine temporäre Zeiterscheinung. Wenn man sich mit der Herstellung von Lebensmittelprodukten beschäftigt, wird man sich dem Druck der Discounter und Supermärkten ausgesetzt sehen, die im Konkurrenzkampf durch die hohe Marktdichte in Deutschland um jeden Kunden kämpfen. Das heißt, wenn die Hersteller die geforderten Niedrig-Abgabepreise nicht erreichen, werden sie aus der Anbieterliste katapultiert. Um einen adäquaten Abgabepreis zu finden, besteht das Gebot, alle Zutaten mit Niedrigstpreisen auf dem Markt zu suchen. Das Endprodukt für den Kunden ist durch die Zertifizierung der Herstellerbetriebe so weit abgesichert, aber bis in die letzte Ecke der Zulieferquellen zu observieren ist höchst schwierig, jedoch unbedingt erforderlich.

Den Hersteller von Lebensmitteln, der für viele Arbeitsplätze verantwortlich ist, trifft der Zorn der Gesellschaft, wobei er nicht die Schuld alleine trägt. Unsere Gesellschaft ist es auch, die aus Profitgier die Billigpreise der Großkonzerne ins Kalkül nimmt und den Teufel danach frägt, warum die Produkte so günstig sind, aber mit Argusaugen beobachtet, ob es im nächsten Supermarkt noch billiger sein könnte. Die größte Ursache der Lebensmittelverwahrlosung liegt jedoch zumeist in den Händen der Discounter, die auf der Niedrigpreis-schiene durch den Massenverkauf eine akzeptable Gewinnspanne erzielen. Ein Zugeständnis, ihn zu einer Qualitätssteigerung mit einem adäquaten Preis für den Hersteller bewegen zu können, ist meist selten, wenn die Konkurrenz anderer Meinung ist.

Es gibt jedoch Menschen in unserem Land, die sich aus wirtschaftlichen Gründen keine Gedanken machen können, um nach Vorgaben von „Lafer, Klink, Schuhbeck“ und anderen Kochakrobaten zu ihrer Mahlzeit zu kommen. Jedoch für sie gilt es, ein Fertigprodukt auch in der Preisrelation zu bewerten, das den Qualitätskriterien standhält. Sollte diese Hürde genommen werden, muss von staatlicher Seite eine härtere Gangart in Observation und Verfolgung von kriminellen Elementen und Handlungen garantiert werden. Das heißt, dass unser Landwirtschaftsministerium konsequent gegen jeden Missbrauch aktiv vorgehen muss. Ein Vergehen gegen das Lebensmittelgesetz ist ein Akt, der die Gesundheit unseres Volkes leichtfertig gefährden kann, aber dabei die Höchstrendite mit einkalkuliert.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

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