Leserbriefe

Sozialdemokraten und die Tafelläden

08.11.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerald Hau, Nürtingen. Zum Artikel „SPD unterstützt Tafelläden im Kreis“ vom 13. Oktober. Vor Kurzem teilte die Kreistags-SPD mit, dass sie die Tafeln im Kreis unterstützen wolle. Erstaunt denkt man zuerst, dass Gazprom-Schröder und Banken-Redner-Steinbrück eine Spende machen wollen, um ein Sühneopfer für den durch die „Agenda 2010“ zerstörten deutschen Sozialstaat zu erbringen! Aber nein, es wird nur ein Anträgchen beim Kreis eingebracht!

Verständlich ist deshalb auch nicht, warum die Nürtinger SPD zum 125-jährigen Jubiläum nicht ihre seit 2003 erzielten Erfolge feierte, die da wären: Tafelladen, Jobcenter, Jobcafé, Leiharbeitsfirmen, Ein-Euro-Jobs bei der Stadtverwaltung, Minijobs, prekäre Beschäftigung, Kinder- und Altersarmut, soziale Ausgrenzung und so weiter. Das sind die Erfolge der heutigen Sozialdemokratie, die nicht mehr aus Arbeitern, sondern gutsituierten Privilegierten besteht.

Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum die SPD Nürtingen nicht ihr neues Jobcenter am Galgenberg mit einem Fest eingeweiht hat. Der durchschnittliche Sozialdemokrat weiß sehr wohl, dass die Jobcenter dazu dienen, den Arbeitslosen zu enteignen und zu vernichten und nicht dazu, ihn zu vermitteln. Ein SPDler möchte aber ungern beim Heucheln ertappt werden. Heutige Sozialdemokraten möchten gerne Torten essen und nicht im Tafelladen einkaufen.

Die Ikone der Nürtinger SPD Paula Planck war aber immer konsequent für den Sozialismus eingetreten und nicht für den menschenverachtenden Kapitalismus, wie ihn die SPD heute verkörpert. Paula Planck war übrigens auch mit dem Nürtinger Kommunisten und Gemeinderat Ludwig Knauß befreundet, der 1912 SPD-Mitglied wurde und dann wegen der Kriegstreiberei der SPD aus der Partei austrat. Es gilt also immer noch der Satz: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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