Leserbriefe

Souverän an der Nase herumführen?

03.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Johannes Ottenwälder, Nürtingen. Zum Leserbrief „Weniger Verkehr auf die Schiene durch S 21“ vom 28. Oktober. Peter Främke stellt wieder Behauptungen in den Raum, die schon an versuchten Wahlbetrug grenzen. Das fängt damit an, dass er behauptet, die Rückabwicklung der Grundstückkosten des frei werdenden Gebietes sei ein reines Verschieben von Steuergeldern von der Bahn an die Stadt. Falsch: Die Stadt behält diese Grundstücke nämlich nicht, sondern wird sie, mit Gewinn, weiterveräußern.

Es entsteht also, im Falle einer Absage von Stuttgart 21, neben den verpassten Entwicklungschancen ein Verlust für den Steuerzahler, der über 800 Millionen Euro liegt. Schon das macht deutlich, dass die von den Projektgegnern in den Raum gestellten 300 Millionen Schadenersatzkosten an den Haaren herbeigezogen sind.

Ähnlich sieht es aus mit der von den „renommierten“ Gutachtern Viereck & Rössler (V&R) vorgelegten Kapazitätsberechnung für den Kopfbahnhof. Wie hinlänglich bekannt ist, stehen zurzeit 2,5 Gleise für die Zufahrt zum Hauptbahnhof zur Verfügung. Wenn Herr Främke auf diesen Gleisen in der Stunde 56 Züge abwickeln will, so ist Chaos vorprogrammiert. Es müsste alle 2,4 Minuten ein Zug fahren. Das heißt, es könnten keine Anschlüsse eingehalten werden.

Verglichen mit der für den S-21-Bahnhof geforderten Premiumqualität würde sich für den Kopfbahnhof eine Chaosqualität ergeben. Würde V&R dieselben Minimalkriterien auf S 21 anwenden, ergäbe sich eine Kapazität von 96 Zügen für S 21 (übrigens gar nicht so unrealistisch, der Bahnhof Brüssel Centraal wickelt auf sechs Gleisen 85 Züge in der Spitzenstunde ab). Es ist schon unglaublich, wie Fortschrittsgegner durch das Vergleichen von Äpfeln mit Pferdeäpfeln den Souverän vor der Volksentscheidung an der Nase herumführen wollen.

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