Leserbriefe

Sind wir eine Bananenrepublik?

17.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „SPD-Länder blockieren Steuerentlastungen“ vom 8. November. Sind wir eine Bananenrepublik? Die Verneinung kann nicht darin begründet sein, dass wir keine Bananen produzieren. Hochwertige Maschinen, brillante Verfahren et cetera – also Hightech – sind auch Bananen. Einigermaßen verlässlich und ganz allgemein gilt der Vergleich für Länder, deren Misswirtschaft und Korruption in unmittelbarer Verbindung mit einer mehr oder weniger gewaltbereiten Staatsführung mit Selbstbedienungsmentalität stehen.

Ganz so auffällig wie in Russland, Latein- oder Südamerika zeigen sich die Verhältnisse im Herzen Europas nicht. Sicher – in dieser, unserer Republik bedient eine nur noch staatsrechtlich autorisierte Minderheitsvertretung den Regierungsapparat, es werden auch Stimmen gekauft (ähnlich italienischen Verhältnissen) – etwas geschickter (jetzt nicht nur mit richtig Geld wie für Hoteliers,) jetzt auch mit sogenannten Steuerzoomhäppchen und mit Zuschwätzen, als Julclubgeschenk für Minderbemittelte (im Geiste) und last not least werden teure Großobjekte (zum Beispiel Stuttgart 21) ohne ersichtliche Nachhaltigkeit trotz Negativerkenntnissen wie geplant ins Start- und Schuldenloch gepresst, um unbequeme Machtrivalen (zum Beispiel SPD/Grüne zu Baden-Württemberg) ein (in diesem Fall geerbtes) Wespennest – zwecks Demontagehilfe – aussitzen zu lassen.

Es gibt für Feudalherrschaft unserer Zeit keine Taktik, die nicht am Eigennutz orientiert ist. Bananen werden auch dort zum zweifelsfreien Synonym, wenn Arroganz selbstgenügsamer Regierungen von ihrem eigenen Schuldenberg herab gute Ratschläge und Verweise erteilen und im Hennengehabe federgebläht sich durch Gipfel loben. Nach der ersten stellt sich die zweite Frage: was hat eine Republik wie dargestellt – in Europa zu suchen. Wallstreet, DDR, Nordafrika und so weiter zeigen, zu was Bürger fähig sind, wenn sie an ihre ureigensten Interessen erinnern, nämlich an die tatsächlichen Bedürfnisse des Volks – und nur daran: Bananenrepublik – nein danke.

Leserbriefe

Kein Beitrag zur Barrierefreiheit

Manfred Reichle, Nürtingen. Zum Artikel „Kompromisse für den Schillerplatz“ vom 8. November. Dass nun ein Baum weniger gefällt werden soll als ursprünglich geplant, ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Nun sind zwei Bäume so krank, dass man sie fällen muss – (ein Schelm, wer Böses…

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