Leserbriefe

Sind wir ein Land der Duckmäuser?

11.03.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Hofstadt, Erkenbrechtsweiler. Zum Artikel „Wachsende Entfremdung“ vom 9. März. Herr Selmanoglu kritisiert die deutsche Politik und die Medien. Das deutsch-türkische Verhältnis sei schwer belastet, ja warum wohl? Wenn der türkische Präsident das deutsche Volk als Nazis beschimpft, er selber aber genau diese Methoden aus dem Nationalsozialismus anwendet und die Demokratie mit Füßen tritt, darf man nicht erwarten, dass er in Deutschland erwünscht ist. Er hat hier nichts zu suchen.

Leider machen unsere Politiker ihm das nicht energisch klar. Sie halten lieber noch die rechte Backe für den nächsten Schlag hin und zitieren das Grundgesetz, Artikel 8, das die Versammlungsfreiheit in Deutschland erlaubt. Sind wir denn ein Land der Duckmäuser und Speichellecker geworden? Der Bundesverfassungspräsident Kirchhof sagt, dass ein Einreiseverbot für Erdogan in der Hand der Regierung liegt und dass sich Erdogan nicht auf unsere Grundrechte berufen kann, er muss sich an die diplomatischen Regeln des Völkerrechts halten. Das internationale Recht erlaubt die Beschränkung der politischen Tätigkeit fremder Staaten. Davon müssen doch unsere Volksvertreter, insbesondere unsere Kanzlerin Gebrauch machen. Auch wenn dieser Despot droht, wenn man ihn nicht herein lasse, werde er einen Aufstand machen.

Jetzt werden auch die Folgen der doppelten Staatsbürgerschaft sichtbar. Diese Herrschaften, die in unserem Land, in unserer Demokratie mit unserer Meinungsfreiheit leben, schwenken rote Fähnchen mit Halbmond und jubeln diesem Diktator zu. Ihnen muss klar gemacht werden, dass es besser wäre, die deutsche Staatsbürgerschaft zurück zu geben und dass sie ohne Probleme ausreisen dürfen, um in ihrem Land nach der dort gültigen Verfassung zu leben. Wir halten sie nicht auf.

Froh kann man sein, dass der Beitritt der Türkei zur EU nicht zustande kam und die Visapflicht nicht abgeschafft wurde. Es zahlt sich doch manchmal aus, dass alles sehr lange dauert. Dieses Thema wird hoffentlich nicht nochmals diskutiert.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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