Leserbriefe

Sind die Argumente ausgegangen?

14.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter Tempel, Nürtingen. Zum Artikel „Kreis-CDU strebt drei Direktmandate an“ vom 8. Januar. In der Nürtinger Zeitung wurde berichtet, dass Herr Kunzmann für den Wahlkreis Nürtingen als CDU-Kandidat für die Landtagswahl am 27. März nominiert wurde. Bei einem Treffen mit seinen Mitkandidaten im Kreis Esslingen äußerte Herr Kunzmann im Blick auf S 21, dass nur noch „Megablocker“ und die „Unbelehrbaren“ gegen das Projekt seien. Damit zeigt er, dass er nicht mitbekommen hat, was Herrn Geißler während der Schlichtungsrunde im Herbst vergangenen Jahres ganz besonders wichtig war, nämlich der Respekt vor den jeweils Andersdenkenden und die Vermeidung von abfälligen Äußerungen übereinander.

Laut Herrn Kunzmann bin auch ich ein „Megablocker“ und ein „Unbelehrbarer“. Doch solch diffamierende Äußerungen zeigen nur, dass Herrn Kunzmann die Argumente ausgegangen sind. Der Vorwurf der Unbelehrbarkeit ist völlig unpassend. Auf beiden Seiten wird gelernt. Ich habe mich von den Projektgegnern belehren lassen. Ich habe von ihnen gelernt, dass der Stuttgarter Hauptbahnhof alles hat, was die Befürworter meinen erst schaffen zu müssen. Er ist an den Fernverkehr angebunden, er bietet dem Filderraum Anschluss an das Schienennetz, er wird von Hochgeschwindigkeitszügen angefahren und er ist einer Spitzenbelastung von bis zu 60 Zügen pro Stunde gewachsen. Das ist er dank seiner 16 Gleise.

Als der Kreuzungsbahnhof Vaihingen/Enz im Zuge der Neubaustrecke Stuttgart–Mannheim mitten in der freien Landschaft gebaut wurde, bekam er acht Gleise, von denen sieben ständig benötigt werden. Ein Gleis bleibt vorsichtshalber zusätzlich erhalten. Demnach wollen die Befürworter von S 21 in Stuttgart einen Bahnhof bauen, der mit Vaihingen/Enz an Größe vergleichbar ist. Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass es nicht um die Optimierung des Bahnverkehrs in der Region Stuttgart geht, sondern um ein Projekt der Immobilienbranche, das von der Politik ohne Rücksicht auf die Folgen für den Bahnverkehr unterstützt wird, auch ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Kosten. Herr Kunzmann könnte sich auch davon überzeugen, dass der Hauptbahnhof Karlsruhe 14 Gleise für die Abwicklung des Verkehrs benötigt, selbst Plochingen und Esslingen haben zehn Gleise.

Die Bahn schafft es nicht einmal, ihre täglichen Hausaufgaben zu erledigen. Der S-Bahn-Neustart geriet aus dem Takt. Seit Monaten läuft es katastrophal, ob Regionalzug oder S-Bahn, nichts stimmt mehr. Und das einstige Werbeplakat „Alle reden vom Wetter, wir nicht. Die Bundesbahn“ ist heute unter der Rubrik „Satire“ abzulegen und reizt zum Lachen, wenn es für die Reisenden nicht zum Heulen wäre. Wie will die DB dann S 21 stemmen? Und deshalb habe ich mich belehren lassen: K 21 ja, S 21 nein.

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