Leserbriefe

Sind Bemühungen der NBI schon vergessen?

20.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ingrid Lehmann, Nürtingen, ehemalige Sprecherin der Nürtinger Bürgerinitiative gegen Hochspannungsleitungen über Wohngebieten. Zum Artikel „Die Diskussion wird neu aufgerollt“ vom 18. Juni. Dass der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss die Bebauung der Nanz-Wiese im Roßdorf überhaupt in Erwägung zieht, löste bei mir Verwunderung, Entsetzen, ja sogar Fassungslosigkeit aus. Fast 20 Jahre lang setzte sich die Nürtinger Bürgerinitiative gegen Hochspannungsleitungen über Wohngebieten (NBI) zusammen mit der Stadtverwaltung und dem Energieversorger für die Genehmigung einer Umgehungstrasse ein, um die bestehende 2×110-kV-Leitung und die um 2×380 kV aufgerüstete Hochspannungsleitung aus den Wohngebieten Braike und Roßdorf herauszunehmen, damit die Menschen nicht länger der Dauerbelastung von elektromagnetischen Feldern und anderen Gefahren zum Beispiel Mast- und Leitungsbruch ausgesetzt werden. Es ging einvernehmlich nicht um die Frage, ob die Leitung verlegt werden soll, sondern darum, wie können wir sie verlegen.

Enttäuscht mussten die Anwohner nach vielen Jahren gemeinsamen Kämpfens und trotz aller Anstrengungen zur Kenntnis nehmen, dass die Stadtverwaltung die Sache nicht mehr weiterverfolgen wollte und aus ihrer Sicht für beendet erklärte! Aber uns war allen klar, und das wurde als vermeintlicher Trost immer wieder geäußert, dass diese Leitung heute schon alleine unter dem Vorsorgeaspekt so nicht mehr über Wohngebieten genehmigt und gebaut werden würde. So wenig Erinnerungsvermögen an die Arbeit der NBI und so wenig Wertschätzung bürgerschaftlichen Engagements hätte ich vonseiten der Stadt nicht erwartet. Aber ich hätte bei der Prüfung von städtischen Grundstücken zur Schaffung von kostengünstigem Wohnraum eine klare und grundsätzliche Aussage und Entscheidung erwartet, dass unter dieser Leitung kein Wohnraum geschaffen werden kann und dieses Grundstück für ein solches Bauvorhaben grundsätzlich nicht in Frage kommt.

Es ist schlimm genug, dass so viele Menschen im Bereich der Hochspannungsleitung hier in Nürtingen leben. Aber dass sie sich dann auch noch öffentlich sagen lassen müssen, dass es ihnen „anscheinend nichts ausmacht“ (so zu hören vom Oberbürgermeister am vergangenen Dienstag in der öffentlichen Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses), halte ich für skandalös.

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Abstrakte Argumente von de Maizière

Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Kauder will notfalls Verfassung ändern“ vom 5. Januar. Unser Bundestagsabgeordneter, Michael Hennrich, kritisiert demnach, dass von den Kritikern des Bundesinnenministers keiner sage, was die Vorteile der jetzigen Regelungen seien. Das erstaunt…

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