Leserbriefe

Sehr polemisch

05.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bärbel Kehl-Maurer, Nürtingen, SPD-Stadträtin. Zum Leserbrief „Die Bürde des Amtes“ vom 2. Juli. In ihrem Leserbrief hält Rita Heinecke-Mergenthaler die Nürtinger Gemeinderäte für „ungeeignet, kluge weitreichende Entscheidungen zu treffen“, weil diese unqualifizierte Behauptungen der Großer-Forst-Gegner nicht so einfach hinnehmen wollten. Das ist schon starker Tobak! Nun ist es Frau Heineckes gutes Recht, eine eigene Meinung zu haben – unabhängig davon, ob sie richtig oder falsch ist – und diese auch in Leserbriefen kundzutun. Andererseits dürfte man dann jedoch erwarten, dass sie das, was sie anderen unterstellt, nämlich zu polemisieren, selbst nicht tut. Sie tut es leider doch.

Wie sonst könnte sie meine Aussage „Wir alle (die Gemeinderäte) machen es uns nicht leicht“ nicht als das nehmen, was es ist: die auf den Punkt gebrachte Beschreibung einer sehr ernsthaft betriebenen Abwägung von Fakten innerhalb eines Entscheidungsprozesses um neue Arbeitsplätze und Unternehmen zum Nutzen der Nürtinger Bürger und der Stadt Nürtingen.

Natürlich kommt es bei solchen Fragen auf den Standpunkt an und inwieweit man selbst betroffen ist. Aber muss man deshalb gleich die Arbeit des Gemeinderats herabwürdigen? Um danach ironisch anzumerken, dass man ja verstehen könne, dass die Bürde des Amtes besonders schwer drücke.

Geschmacklos findet Frau Heinecke meinen Hinweis auf den Zusammenhang von (neuen) Arbeitsplätzen und Kinderarmut. Sie begründet es damit, „dass ein Geringqualifizierter mit seinem Verdienst keine Familie ernähren kann“. Ja ist es dann besser, wenn Geringqualifizierte sich lieber gleich arbeitslos melden? Oder sollten man ihnen nicht die Chance geben, zumindest für einen Teil ihres Lebens selbst Verantwortung zu übernehmen? Abgesehen davon, dass Boss seine Mitarbeiter nach Tarif bezahlt und einige soziale Leistungen, wie den Zuschuss zur Kinderbetreuung, zahlt. Außerdem sichert Arbeit nicht nur das Einkommen, sondern auch das Selbstbewusstsein und Selbstverständnis.

Kinderarmut ist die Folge von Erwachsenenarmut. Und Erwachsenenarmut entsteht in den meisten Fällen durch Arbeitslosigkeit. Das ist nichts Neues. Und es wurde – gerade auch für Baden-Württemberg – hinreichend dokumentiert. Was also ist schlecht daran, dass die Mehrzahl der Nürtinger Gemeinderäte versucht, Arbeitslosigkeit zu reduzieren oder nach Möglichkeit zu verhindern? Und deshalb nach geeigneten Möglichkeiten sucht. Ich finde das – im Gegensatz zu Frau Heinecke – nicht geschmacklos!

Nur der Vollständigkeit halber: Auch die Arbeit der Stadträte von Nürtingen ist ehrenamtlich.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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