Leserbriefe

„Schuldzuweisungen helfen nicht weiter“

30.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pit Lohse, Nürtingen. Zum Artikel „Wütend und ziemlich deprimiert“ vom 25. Juni. Dass der Bürgertreff dem Nürtinger Gemeinderat sein Projekt mit den Jugendlichen und durch die Jugendlichen selbst vorstellt, ist sinnvoll und war authentisch. Das gemeinderätliche Gremium hat dies auch so gewürdigt.

Was bei dieser Präsentation dann schieflief war, dass man zwischen dem kleinen Ausschnitt, den die Jugendlichen vorstellten, und dem Inhalt des Gesamtprojektes nicht getrennt hat. An dieser Stelle wäre es angebracht gewesen, die Jugendlichen mit ihrem Mentor zu verabschieden, bevor die Projektleiterin Kathrin Fehrle die übergeordnete inhaltliche Arbeit des Projektes vorstellte.

Und hier setzten Thaddäus Kunzmann und die anderen Stadträte berechtigt ihre Kritik an. Auf der Folie „Netzwerk“, das eine Kooperation nahelegt, wurde der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein als eine der wenigen Migrantenorganisationen aufgeführt. Der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein steht aber berechtigt in der Kritik, Hort rechtsradikalen Gedankenguts zu sein. Kathrin Fehrle wurde von anderen Organisationen, die in diesem Bereich schon jahrelang Migrationsarbeit machen, aber auch durch Herrn Kunzmann (seiner Einführung zu entnehmen) weit im Vorfeld darauf hingewiesen. Dass sie diese Kritik nicht ernst nahm, kann ich nicht nachvollziehen.

Was mich aber erschüttert ist, dass die Jugendlichen jetzt Leidtragende sind aufgrund einer mangelnden inhaltlichen Auseinandersetzung einer Integrationsarbeit in dem Projekt. Dass man für sein Handeln einen gemeinderätlichen Beschluss braucht, ob und wie man sich zu demokratiefeindlichen Organisationen zu verhalten hat, zeigt mir ebenfalls das fehlende Bewusstsein des eigenen Handelns.

Nun nochmals in die Öffentlichkeit zu gehen, um über die Moral und die Betroffenheitsebene Schuldzuweisungen zu machen, hilft uns nicht weiter. Eine sachliche und fachliche Auseinandersetzung ist gefragt, die schon mehrfach nicht nur gegenüber dem Projekt angemahnt wurde. Wir als Stadtjugendring-Netzwerk tun dies in Kooperation mit der Volkshochschule und der Kirchenbeauftragten für Asyl in Form von öffentlichen Veranstaltungen. Im Sommersemester 2012 ist hier eine Veranstaltungsreihe geplant. Wir unterstützen den Vorschlag von Bürgermeisterin Grau, einen Integrations-Fachtag auszurichten, und sind gerne bereit, inhaltlich mitzuarbeiten.

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