Leserbriefe

Schneckenpost – die dritte Staffel

18.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christian Bürk, NT-Neckarhausen. Vor einigen Jahren (Herbst 2009) hatte ich in einem Leserbrief den Entleerrhythmus der Neckarhäuser Briefkästen bemängelt. Daraufhin wurde relativ rasch reagiert, und die Leerung der Deutschen Post erfolgte nun bis vor Kurzem wieder auch sonntags um 9 Uhr, zumindest am Rathaus. Diese Sonntagsleerung ist nun einfach – ohne Ankündigung – wieder kassiert worden. Seitdem werden die wenigen noch verbliebenen Briefkästen in Neckarhausen, das immerhin knapp 4000 (!) Einwohner zählt, wieder fast drei Wochentage nicht mehr geleert. Von Samstag 11 bis Montag 17.45 Uhr ist mal wieder Ebbe. Praxisbeispiel (wie damals): Ein Geschäftsbrief, der samstagnachmittags in Neckarhausen eingeworfen wird, war früher ganz sicher am Montag zumindest regional zugestellt. Er kam in der Regel sogar dann am Montag an, wenn er erst sonntagvormittags bis 9 Uhr eingeworfen wurde.

Nun kommt ein solcher Brief frühestens am Dienstag beim Empfänger an. Weiteres Ärgernis: als nächster Briefkasten mit „späteren“ Öffnungszeiten wird „Reutlingen Hauptbahnhof“ angegeben. Reutlingen? Und: die Felder, welches denn diese „späteren“ Öffnungszeiten sein sollen, sind allesamt nicht ausgefüllt. Ja, soll man jetzt etwa über 20 Kilometer nach Reutlingen in den benachbarten Landkreis fahren, um dort auf dem Briefkasten selbst nachzulesen, ob sich diese Fahrt überhaupt lohnt? Das ist ja wohl alles ein schlechter Scherz!

Die Post hat es fertiggebracht, innerhalb kurzer Zeit das Briefporto wie mit einem Jo-Jo hoch und runter sausen zu lassen; man kam mit dem Kauf von Ergänzungsbriefmarken gar nicht mehr nach. Einmal hätte man sogar Marken mit negativem Porto (was es natürlich so nicht gab) kaufen müssen, weil das Porto de jure gesenkt wurde; die Post war wohl einfach zu gierig. Am langen Ende wurden aber innerhalb von zehn Jahren aus 55 Cent (2006) nun 70 Cent (2016) für einen Standardbrief mit 20 Gramm. Das sind immerhin 27 Prozent Aufschlag bei nun (wieder) mindestens einem Tag längerer Laufzeit gegenüber vorher. Ein schlechter Deal! Oder hat das etwa die Nürtinger Stadtverwaltung eingefädelt? Erst Ganztags-Schneckentempo (Zone 30) auf der Bundesstraße 297 in Neckarhausen, und dann Wiedereinführung der hiesigen Schneckenpost?

Spaß beiseite: Ich hoffe, dass sich die Neckarhäuser Situation wieder normalisiert und man nicht wieder den Anschluss in der Region in dieser Hinsicht verliert. Beim DSL hat man es ja auch geschafft.

Leserbriefe

Die Stomleitung in den Boden verlegen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wohnungsbau im Gewann Wasserfall“ vom 13. Juli. „Zur Hochspannungsleitung halten wir dabei gebührend Abstand“, meint Stadtplanerin Schreiber bei der Vorstellung der Wohnbaupläne am Schelmenwasen. Diese Maßeinheit bedarf einer Präzisierung: Was ist…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe