Leserbriefe

Schlechter Tausch

12.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Bauknecht, Nürtingen. Wenn der Große Forst sprechen könnte, würde er bestimmt schreien: Hunderte von Jahren habe ich Euch mit Rohstoffen für Nahrungsmittel versorgt und jetzt versiegelt Ihr mich zum Dank. Und das in der jetzigen Zeit, wo mit einer immer knapperen Versorgung gerechnet werden muss. Der Große Forst ist nicht nur von der Bodenwertzahl obere Klasse, sondern auch sehr stark klima- und wetterablaufbegünstigt. Seit über 40 Jahren hat es noch nie einen Totalausfall durch Hagel, Unwetter oder Trockenheit auf dem Großen Forst gegeben im Gegensatz zu vielen anderen Gebieten. Die Fläche, auf der jetzt der erste Bauabschnitt geplant ist, gehörte bis nach dem Krieg zum Großteil der Stadt Nürtingen. Diese Flächen waren Allmendteile (arme Bürger bekamen diese Flächen, um dort für den eigenen Lebensunterhalt Lebensmittel anzubauen). Viele Menschen suchen den Großen Forst zur Erholung oder sportlichen Betätigung auf, als Ausgleich zum stressigen Alltag. Der Große Forst ist auch die Luftzufuhrschneise für Nürtingen!

Landwirtschaftliche Betriebe in der Stadt Nürtingen bewirtschaften fast alle Freiflächen in und um die Stadt unter erschwerten Bedingungen (durch Verkehr und Zerstückelung) und pflegen somit das Landschaftsbild, Ackerflächen und Baum- und Streuobstwiesen. Das ist bei der großen Abwanderung der Landwirtschaft und Vernichtung der landwirtschaftlichen Betriebe nicht in vielen Städten und Dörfern so und ist auch nicht selbstverständlich! Als Belohnung klagt uns die Stadt auf Versachlichung der Debatte an. Hierzu muss ich klarstellen, dass nicht die Stadt Nürtingen uns Landwirte zu einem Gespräch am 10. Januar eingeladen hatte, sondern das Amt für Landwirtschaft durch Dr. Reinhold Klaiber.

OB Heirich und ein großer Teil der Stadträte gehen am Info-Stand der Schutzgemeinschaft (Landwirte und Nürtinger Liste) samstags vorbei. Wir sind kaum einen Blick oder einen Gruß wert. Haben sie ein schlechtes Gewissen? In der Bibel steht: AT, Hosea 8, 7: Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten. Ihre Saat soll nicht aufgehen; was dennoch aufwächst, bringt kein Mehl; und wenn es etwas bringen würde, sollen Fremde es verschlingen.

Dass wir Arbeitsplätze brauchen, ist mir klar. Ich war auch 35 Jahre bei einem Nürtinger Unternehmen tätig, bevor ich mich selbstständig machte. Aber man kann auch Arbeitsplätze auf kleinerem Raum schaffen. Es sollten auch nicht immer noch mehr Menschen in unser bereits überfülltes Gebiet gelotst werden. Im Gegensatz sollte sich die Industrie zu den Menschen bewegen. Was nützt es, wenn bei uns die Arbeit gemacht wird, aber gleichzeitig als Ausgleich das Geld an strukturarme Länder abzuführen ist. Wir Landwirte haben viel Geld in unsere Betriebe investiert und brauchen diese Fläche unbedingt. Tauschflächen, die fünf Kilometer und mehr entfernt und dazu schlechte Böden sind, sind für uns keine Entschädigung.

Leserbriefe

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