Leserbriefe

Schein, Sein, Medien und Politiker

30.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Stefan Kromer, Wendlingen. Zum Leserbrief „Pathologische Kritiksucht“ vom 25. Juni. Wer Horst Köhler als ehrenwerten Staatsmann empfunden hat, dem mag der präsidiale Spießrutenlauf in den letzten Wochen seiner Amtszeit eher unappetitlich vorgekommen sein. Daraus aber, wie Dr. Fietzek, eine pathologische Kritiksucht abzuleiten, halte ich für eine eher eindimensionale Wahrnehmung.

Durch viel zu einseitige Berichterstattung können die meisten ja nur das kritisieren, was ihnen die Medien als Wahrheit vorsetzen. Wer aber schaut schon hinter die Fassade und will wissen, dass es durchaus auch andere Gründe für Köhlers Rücktritt gab?

Köhler war von Anfang an dabei, als die EU-Währungsunion auf den Weg gebracht wurde. Eines seiner großen Ziele war die Stabilität des Euro. Als er am 21. Mai nachts um 23.30 Uhr aus Afghanistan zurückkam, musste er unter Zeitdruck das Gesetz zum Milliarden-Rettungspaket für den Euro unterzeichnen. Dieses Gesetz beinhaltet genau das Gegenteil von Stabilität, nämlich die Lizenz zum Gelddrucken und damit die Aufweichung des Euro. Vielleicht sprach er ja die, zugegeben völkerrechtswidrigen, Bemerkungen ganz bewusst aus, um von seinen wahren Rücktrittsgründen abzulenken. Vielleicht noch ein Versuch der Erklärung, warum so gern und vehement die vielzitierte Sau durchs Dorf getrieben wird.

Kann es vielleicht auch daran liegen, dass die Qualität und das eigenständige Denken der führenden Politiker in den letzten Jahrzehnten dramatisch nachgelassen hat? Angela Merkel war immer sehr beliebt und wurde von den Medien gelobt. Jetzt in der Krise erkennt auf einmal jeder Schreiber ihre Defizite. Von der Mehrheit der Bevölkerung ganz zu schweigen, welche all die Jahre auf die Frage nach den hervorragendsten Eigenschaften der Kanzlerin regelmäßig Hosenanzug und neue Frisur antwortete.

Oder Joachim Gauck, der neue Liebling (des Volkes, der Medien?). Er hält es für Bürgersinn, wenn man diesen Krieg unterstützt. 70 Prozent der Deutschen sehen es anders, aber 52 Prozent unterstützen seine Wahl. Vielleicht weil ihnen nicht erklärt wird, dass Gauck kein Mann des Friedens ist? Bezeichnend, dass ihn die (oliv)grünen Wähler sogar mit 72 Prozent favorisieren. Der Schein bestimmt das Sein . . .

Leserbriefe

Was sagt die Bibel zur pflanzlichen Ernährung

Arabella Unger, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Vernünftig ernähren mit hochwertigem Fleisch“ vom 1. Dezember. Es wird behauptet, dass aus der Bibel hervorgehe, dass man immer schon Fleisch gegessen habe. Anders steht es jedoch im ersten Schöpfungsbericht (1. Mose 1, 30–31), nämlich dass Gott…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe