Leserbriefe

Schädigen Fische das Immunsystem?

10.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „Essen, bis der Arzt kommt“ vom 26. April. Es ist erfreulich, dass es eine allgemeine Tendenz in der Ernährungsberatung gibt, die langsam, aber kontinuierlich immer weiter von der früher favorisierten fleischbetonten Nahrungsempfehlung abrückt und mehr pflanzliche Nahrung in den Vordergrund stellt. Gleichzeitig aber wird oft der Verzehr von zwei Mal Fisch pro Woche empfohlen. Das ist aus mehreren Gründen verhängnisvoll.

Erstens (ökologischer Fakt), weil die Meere bereits katastrophal durch die Hochseefischerei geschädigt und in weiten Teilen quasi leergefischt sind.

Zweitens (ethische Seite) ist vor allem die Industriefischerei mit ihren kreaturverachtenden Methoden in allen Abschnitten ihres Wirkens das grausame Gegenstück zur Massentierhaltung, das die meisten von uns ablehnen und das gleichzeitig die meisten von uns unterstützen mit ihrem täglichen Einkauf.

Drittens (gesundheitliches Problem): Sind die Fische wirklich so gesund? Neue Studien zeigen das Gegenteil. Die Gewässer, auch das Meer, enthalten immer mehr Giftstoffe, die sich in Tieren anreichern. Je weiter oben an der Nahrungskette, desto stärker die Verseuchung. Ein Bericht vom 24. April mit dem Titel „Fische schwächen Immunsystem“ in den Online-Nachrichten befasst sich mit dem Thema und erwähnt eine Studie, die im „Medical Daily“ veröffentlicht wurde.

Fische aus Aquakulturen sind schon gar keine Lösung. Fäkalien und Antibiotika führen zu sehr großer Umweltbelastung. Außerdem ist es wie bei allen tierischen Produkten. Die vielfache Menge pro Kilo Fleisch/Fisch wird an Nahrungsmitteln eingesetzt. Werden Raubfische als Speisefische gezüchtet, wird pro Fisch-Kilo die 20-fache Menge an Kleinfischen gefangen zur Fütterung. Ein wahnsinniger Prozess, der wiederum die Meere zerstört.

Proteine bietet eine pflanzliche Ernährung in mehr als ausreichender Menge und Qualität, ebenso Omega3-Fettsäuren (etwa Raps- oder Leinöl, Nüsse und so weiter), Mineralien. Kein Mensch braucht wirklich tierische Nahrungsmittel. Es ist ein falsches und nur noch durch Lobbies gestütztes Denkmodell, wonach tierische Nahrungsmittel wertvoller sind als pflanzliche.

Es stimmt auch nicht, dass sich das menschliche Gehirn speziell aufgrund Tierprotein sprunghaft entwickelte, sondern die Vergrößerung war eine Folge kognitiver Veränderung, unabhängig von der Proteinquelle.

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Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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