Leserbriefe

Schade um die Eiche im Kreuzkirchpark

04.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Eduard Geisler, Nürtingen. Zum Artikel „Neue Spielgeräte für den Kreuzkirchpark“ vom 2. Dezember. Würde ich nicht bereits über 50 Jahre in Nürtingen wohnen, hätte ich den Artikel für einen verfrühten Aprilscherz gehalten. Man stellt ein Spielgerät (Wippe) just dahin, wo ein ausgewachsener Baum steht, um diesen dann fällen zu „müssen“. Ein Blick auf das Bild zeigt, dass es an jeder beliebigen anderen Stelle Platz in Hülle und Fülle gäbe. Andererseits ist der Platz zwischen Stadthalle und Kreuzkirche ohnehin gestalterisch so ruiniert, dass es darauf nun auch nicht mehr ankäme. Wäre da nicht die Tatsache, dass es die Stadt bald geschafft hat, auch das letzte große Grün in der Innenstadt zum Verschwinden gebracht zu haben. An anderer Stelle einen neuen Baum zu pflanzen ist lächerlich, denn er ist auf Jahre hinaus nicht in der Lage, die Ökobilanz eines ausgewachsenen zu leisten, von einer Beschattung der Kinder vor zunehmender UV-Strahlung ganz zu schweigen.

All das ist traurig. Jedoch bringt der Artikel auch viel Frohsinn unter die Leute. Ist doch das einstimmige, wahrlich rührende Plädoyer für den Tod der Eiche für jeden Kenner ein wahres Schmankerl. Da schafft man es wirklich, sogar noch Migrationshintergrund ins Spiel zu bringen! Das ist neu und es rührt mich. Ich kannte während meiner Tätigkeit als Architekturpsychologe bislang nur andere Hintergründe für derartige Aktionen wie zum Beispiel die chronische Abneigung von Grünflächenämtern gegen Laubschmeißer in Innenstädten, das Streben mancher Architekten zur visuellen Freistellung ihrer Solitäre oder die Aussicht auf einen satten Preis für ein paar Kubikmeter Eichenfurnier. Da nichts davon erwähnt wird, gehe ich jedoch entschieden davon aus, dass solche Gedanken allein meiner leider mitunter zügellosen Fantasie entspringen. Ihr verdanke ich nämlich auch die Vorstellung, wie Herr Nauendorf im Verlauf seines Gesprächs mit der Eiche bitter erfahren musste, dass diese sich an ihrem Standort eigentlich noch nie so richtig wohlgefühlt habe und nun um ihren Freitod bittet. Ich gehe davon aus, dass bald auch mit den restlichen fünf Bäumen das Gespräch gesucht wird.

Leserbriefe

Die Ablehnung wundert mich nicht

Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Jamaika-Aus bringt Merkel in Not“ vom 21. November. Ein Argument vermisse ich im Zusammenhang mit den Diskussionen über die gescheiterte Jamaika-Koalition: Wer war denn die Erste, die Koalitionen ausgeschlossen hat? Angela Merkel. Sie erklärte…

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