Leserbriefe

Sauber werden – auch im Kopf

04.08.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Proteste für bessere Luft in Stuttgart“ vom 21. Juli. Hier liest man, dass Winfried Kretschmann nach seinem Wahlsieg zum ersten grünen Ministerpräsidenten noch mutig von „weniger Autos“ geredet hat, bevor er dann geschwind zum Landesvater gewandelt wurde und sehr gute Verbindungen zu den Autobossen aufgebaut hat. Deshalb fand auch jetzt am 20. Juli in Stuttgart ein Treffen mit verschiedenen Vertretern der Automobilindustrie statt, das als „Strategiedialog Automobilwirtschaft“ vermarktet wurde. Peinlich nur für die Gäste des Ministerpräsidenten, dass auf der Titelseite der Nürtuingr Zeitung gleichzeitig verkündet wurde, dass in Ausweitung des Dieselskandals nun bei Benzinern ebenfalls der Verdacht besteht, dass Daimler, BMW, VW, AUDI und Porsche gesetzwidrige Absprachen getroffen haben.

Unglaublich – nachdem diese Maxi-Profit-Konzerne nicht einmal den Anstand haben, die Hardware-Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen zu übernehmen, damit den betrogenen Kunden wenigstens das Fahrverbot erspart bleibt.

„Sauber werden“ stand gleichzeitig auch auf einem riesigen Greenpeace-Banner am Turm des immer noch denkmalgeschützten Kopfbahnhofs in Stuttgart - direkt unter dem noch vorhandenen Mercedes-Werbe-Stern, der geschickt eingebunden wurde in das vor Stickoxyd warnende Kürzel NO2.

Begleitet wurde diese Aktion außerdem vor Ort mit der in dem Artikel sehr ausführlich beschriebenen Demonstration von dem Bündnis „Verkehrswende jetzt“ mit Reden von Peter Erben – seit vielen Jahren Sprecher der „Bürgerinitiative Neckartor“ - und Professor Dr. Peter Grottian – Otto-Suhr-Institut Berlin.

„Sauber werden!“ ist nicht nur eine prägnante Forderung für saubere Luft, sondern auch für eine Charakter-Wandlung in den Köpfen der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, damit endlich eine Verkehrs– und Politikwende erreicht wird, die auch und vor allem den Menschen hilft.

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