Leserbriefe

S 21: Bauen um jeden Preis?

02.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marc Sink, Oberboihingen. Zum Artikel „Bund will notfalls für S 21 haften“. Jetzt ist es also raus! Frau Merkel beabsichtigt eine volle Mehrkostenübernahme für S 21. Somit hätte die Bahn eine „Flatrate“ für weitere Mehrkosten. Jetzt soll gebaut werden um jeden Preis, koste es was es wolle, ob es Sinn macht oder nicht. Das signalisiert mir Borniertheit, Ignoranz und Größenwahn beziehungsweise dass in der Staatskasse so viel Geld wie Dreck ist. Das würde auch erklären, warum von meinem monatlichen Gehalt immer so wenig übrig bleibt.

Vor ein paar Tagen hat Frau Merkel noch verlauten lassen, dass S 21 wirtschaftlich sein muss. Heute ist das der Kanzlerin sichtlich egal. Ehrlichkeit scheint für Frau Merkel anstrengend zu sein! Die Sollbruchstelle der Rentabilität von 4,5 Milliarden ist schon längst überschritten. Momentan kostet das hoch umstrittene Projekt 6,3 Milliarden Euro – das sind 50 Prozent mehr als gebetsmühlenartig versprochen wurde.

Zur Veranschaulichung dieser Zahl: Für 6,3 Milliarden könnte man 21 000 Doppelhaushälften bauen. Allerdings bekommt man mit S 21 lediglich einen Bahnhof, der nur halb so groß ist und wo sich dann Tausende Reisende an schmalen Bahnsteigen, Treppen und Aufzügen drängeln werden. Auch lässt sich dieser unterirdische S-21-Bahnhof für die nächsten 200 Jahre weder verlängern noch verbreiten. So was wird in Regierungskreisen dann dem Bürger als Fortschritt und Innovation verkauft. Unglaublich. In Wahrheit ist es ein Bahnhofsrückbau!

Wir brauchen keine Angst zu haben vor einem S-21-Ausstieg! Es ist bewiesen, dass die Landeshauptstadt bereits einen funktionierenden und bewährten Kopfbahnhof hat, der allerdings in den letzten zwanzig Jahren wegen S 21 technisch massiv vernachlässigt wurde. Sollten die von der Bahn veranschlagten Ausstiegskosten tatsächlich zwei Milliarden betragen (was ich bezweifle), dann wäre es immer noch besser für zwei Milliarden sozusagen „nichts zu bekommen“, als im umgekehrten Fall weitere zwei Milliarden plus x „für nicht mehr“ zu bezahlen, als vertraglich vereinbart wurde.

Bei einem Ausstieg müsste zuerst das Gleisvorfeld des Kopfbahnhofes ertüchtigt werden, das kostet etwa 450 Millionen Euro. Als Zweites wäre die Planung für den Anschluss an die Neubaustrecke Stuttgart–Ulm über das Neckartal nötig. Das alles ist machbar und auch bezahlbar.

Ein Ausstieg ist unabdingbar, weil erst dann wieder Frieden in unser schönes Ländle einkehrt. Wie sagte einst Friedrich Nietzsche: „Nur der denkende Mensch ändert seine Meinung!“

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe