Leserbriefe

S-21-Baustopp erforderlich

20.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Gegner: Brandschutz verbrecherisch“ vom 16. Oktober. Der Artikel gibt die Aussage des unabhängigen Stuttgarter Gutachters Ingenieur Keim wieder, der die Tunnel-Brandkatastrophe im Skigebiet Kaprun mit 155 Toten untersucht hatte. Grundlage dieses vernichtenden Urteils über S 21 ist ein Gutachten aus der Schweiz, welches das ganze Projekt als „nicht genehmigungsfähig“ bezeichnet. Das angeblich „bestgeplante Projekt der Bahn“ entwickelt sich erwartungsgemäß in den letzten Monaten zu einer offenen Katastrophe.

Nach den drei Zugunglücken an der neuen S-21-Weiche, den ungelösten Problemen mit dem Grundwasser, dem Verbot durch den Gemeinderat Stuttgart, mit 300 zusätzlichen Rammpfählen die Schutzschicht über dem Mineralwasser anzubohren, der fehlenden Planung für den Anschluss zum Flughafen und so weiter ist jetzt endgültig ein gesamter Baustopp fällig, denn im Tiefbahnhof sind Menschen in Lebensgefahr.

Diese Brandschutzmängel waren von Anfang an vorhanden und sind von der Feuerwehr aufgezeigt worden, auch für den Fildertunnel. Trotzdem wurde im Planfeststellungsverfahren eine Genehmigung erteilt! War das in Ordnung so?

Schon bei der Geißler-Schlichtung wurde der mangelhafte Brandschutz von Diplomingenieur Hans Heydemann so deutlich bewiesen, dass Heiner Geißler sagte: „Wenn das stimmt, dann darf der Bahnhof so nicht gebaut werden!“ – Darauf erklärte der stets lächelnde Bahnchef Volker Kefer: „Das stimmt nicht!“ und das Thema war für die Bahn erledigt, bis jetzt! Sogar Winfried Kretschmann hat nie mehr etwas unternommen, bis allen Deutschen jetzt endlich aus der Schweiz die Augen geöffnet wurden. Wie zu lesen war, ist nun auch „der Ministerpräsident irritiert“.

Der sogenannte Lenkungsausschuss S 21 setzt sich am Montag nach der Stuttgarter OB-Wahl zusammen. Der Bahnchef Kefer wird wie stets alle Probleme lächelnd beiseiteschieben wollen, aber das Projekt scheint an Planungsmängeln und dem weit fliegenden Kostendeckel nun doch bald zu scheitern. Dann muss dringend der Kopfbahnhof repariert werden, damit wenigstens der Nahverkehr funktioniert und auch der Zug nach Hamburg über die Weiche 227 hinauskommt. Auch der nächste Oberbürgermeister wird jetzt wissen, dass „Oben bleiben“ das einzig Richtige ist für Stuttgart und das Land.

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