Leserbriefe

Russland und die Amerikaner

25.02.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Gutes Beispiel für postfaktisch“ vom 26. Januar. Herr Reinhardt, der sich im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit dünkt, zieht mal so richtig vom Leder. Er meint zwar mich, schreibt es aber nicht – gewiss aus Rücksicht auf mich, den gänzlich Unwissenden. So! Genug der Ironie, obwohl dieses Pamphlet meinen Sinn für Schwarzen Humor bis an die Grenzen strapaziert. Daran ändert auch der windelweiche letzte Absatz nichts. Der Versuch, dieses Machwerk auch nur in Stichwörtern zu charakterisieren, stößt an die Grenzen meines Wortschatzes – und das passiert selten.

Tatsachen in ihr Gegenteil verdrehen, unbewiesene Behauptungen und Lügen als Tatsachen ausgeben, dreiste Unterstellungen und alles ständig wiederholt – ist Nazi-Sprech. In Hitlers Märchenbuch „Mein Kampf“, als Empfehlung an seine Spießgesellen gedacht, lässt sich das nachlesen. Man müsse schlichte Aussagen (gemeint waren Lügen) nur oft genug wiederholen, dann glaube sie irgendwann jeder. So wie heutzutage die Lüge von der Krim-Annexion durch Russland. Nun kann ich nicht alles aus meinen Leserbriefen wiederholen. Den geneigten Lesern sei empfohlen, mit der App dieser Zeitung (E-Paper) alle Leserbriefe zum Thema zu lesen, gerne auch die anderen. Dann kann sich jeder ein eigenes Bild machen.

Es geht nichts über informieren, nachfragen, nachprüfen. Wer das nicht tut, mit dem können „die da oben“ wirklich alles machen. Das sei auch Herrn Reinhardt dringendst empfohlen: Da legen die USA den halben Mittleren und Nahen Osten in Schutt und Asche; produzieren Terrororganisationen am laufenden Band, die dann mit noch mehr Bomben bekämpft werden „müssen“; schaffen Flüchtlinge zu Millionen, die dann unter Lebensgefahr bei uns Schutz suchen; ermorden in ihren weltweiten, völker- und menschenrechtswidrigen Kriegen Millionen Unschuldiger allein nach 1945 (in Vietnam circa drei Millionen) – aber der Feind, das Fleisch gewordene Böse, sitzt immer in Moskau! Das muss man sich mal vorstellen! Es wird aber noch paradoxer: Die USA, die nicht davor zurückschrecken auch die engsten Nato-Hiwis auszuspionieren, wollen jetzt jede echte oder vermeintliche Cyberattacke aus Moskau als Bündnisfall (Krieg) betrachten. Irrer geht nimmer! Gott beschütze uns vor unseren Beschützern!

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