Leserbriefe

Runder Tisch – mehr Schein als Sein

04.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Achim Fischer, Nürtingen. Zum Artikel „Ringen um Zukunft des Wörth-Areals“ vom 3. Juni. Nachdem ich die erste Veranstaltung dieser Art in Nürtingen mit verhaltenem Optimismus verlassen hatte, war die Ernüchterung, die dem zweiten Runden Tisch folgte, umso größer. Eigentlich sollte der zweite Runde Tisch dazu dienen, alle Beteiligten auf den gleichen Informationsstand zu bringen.

Der unbedarfte Bürger sollte davon ausgehen können, dass dies zumindest bei den Mitgliedern des Gemeinderats bereits im Vorfeld erfolgt sein sollte (schließlich hatte ebendieser Gemeinderat für das Bauprojekt bereits votiert) und die Informationen vor allem für die „Zufallsbürger“, das Forum Wörth und die Zuschauer gedacht waren, der Verlauf der Veranstaltung legte aber den Schluss nahe, dass einige Fakten auch für den Gemeinderat absolut neu waren.

So waren fundierte Beiträge zu den Themen Hochwasserschutz, Finanzen, Wohnraumbedarf und über das Bauprojekt an sich geplant. Was dabei allerdings herauskam, war mehr als dürftig.

So konnten Fragen, die für einen weiteren Entscheidungsprozess elementar sind, auch an diesem Runden Tisch nicht beantwortet werden. Ob das an der Fachkompetenz der Experten oder an den Informationen lag, die im Vorfeld an die Fachleute gegeben wurden, um sich auf den Runden Tisch vorzubereiten, kann und will ich allerdings nicht beurteilen.

Man sollte bei einem Projekt dieses Ausmaßes erwarten dürfen, dass den Diskussionsleitern die Beiträge der Experten im Vorfeld zugänglich gemacht und diese kritisch hinterfragt und auf Vollständigkeit der Fakten geprüft wurden. Allerdings sollte der Verlauf der Veranstaltung deutlich machen, dass dies nur ein Wunschdenken meinerseits ist.

Ob dies dem unrealistisch straffen Zeitplan der Termine der Runden Tische geschuldet ist oder einfach nur auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen ist, kann ich wiederum nicht beurteilen.

Wenn wirklich alle Seiten an seriösen Lösungen für das Wörthareal und zukünftigen Bürgerbeteiligungen interessiert sind und dies nicht zu einer Schauveranstaltung degradiert werden soll, sollte man noch mal ernsthaft darüber nachdenken, ob das Ende der Gespräche nach dem dritten Runden Tisch zielführend sein kann, zumal bei den meisten Gemeinderäten deutliche Anzeichen dafür zu erkennen sind, dass sie die Bebauung, so wie sie momentan geplant ist, nicht mehr für die beste Lösung halten und elementare Fragen auch während des zweiten Runden Tisches nicht beantwortet werden konnten.

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