Leserbriefe

Revolution im Nahverkehr?

30.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dietmar Schaich, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Artikel „Bahn unterliegt im Bieterwettbewerb“ vom 18. November. Revolution im Nahverkehr. Wirklich? Die Deutsche Bahn wird auf der Rekordstrecke zwischen Tübingen und Stuttgart von Go-Ahead und Abellio Rail Südwest abgelöst. Eine britische und eine holländische Gesellschaft. Den Nahverkehr ausbauen und zugleich neue Fahrzeuge zu bekommen, dies stand anscheinend im Vordergrund. Angeblich soll im Gegensatz zum bisherigen Vertrag auch nur die Hälfte bezahlt werden und dies, obwohl diese Züge dann „durchgängig“ im Halbstundentakt fahren würden.

Ist dies tatsächlich so, wenn für den gefahrenen Kilometer zwar nur die Hälfte bezahlt wird, dafür aber doppelt so viele Kilometer gefahren werden? Dann sollen angeblich pro Zug bis zu sechs S-Bahn-ähnliche Wagen eingesetzt werden. Wissen die entscheidenden Gremien überhaupt, dass aktuell in den Hauptverkehrszeiten überwiegend fünf Doppelstockwagen eingesetzt werden, die dazu noch in diesen Zeiten übervoll sind? Aber kein Problem, nachdem die Fahrgäste dann alle in diese neuen „SBahn-ähnlichen“ Wagen gepfercht werden. Stehplätze gibt es ja genug. Dann können sie dafür im Stehen ihr Handy beziehungsweise Tablet einstecken. Viel Spaß.

Hierbei darf erwähnt werden, dass es sich zwar um Nahverkehr handelt, dies bedeutet jedoch nicht, dass hier Kurzstrecke gefahren wird. Jeden Tag unter Umständen eine bis eineinhalb Stunden stehen macht auf die Dauer keine Freude. Zudem sollen diese Züge dann an zusätzlichen Haltestellen halten, sodass dann ganz sicher die Anschlüsse an die Tälesbahn und die Ermstalbahn beziehungsweise sonstige Verbindungen in Frage gestellt sind, nachdem wir jetzt bereits mindestens einmal in der Woche den Anschluss verpassen und damit eine weitere halbe Stunde später nach Hause kommen. Oder fahren diese Züge mit einer höheren Geschwindigkeit?

Vielleicht sollten diejenigen, die solche Entscheidungen treffen beziehungsweise Ausschreibungen vornehmen, mal selbst täglich im Nahverkehr auf dieser Strecke unterwegs sein, um zu erfahren, wie es ist, wenn man jeden Tag bangen muss, ob es reicht oder doch nicht. An die betroffenen Mitarbeiter der DB-Regio wird natürlich zuletzt gedacht. Oder doch? Natürlich wird der eine oder andere ehemalige DB-Regio-Mitarbeiter vielleicht ein Angebot erhalten. Zu welchen Konditionen? Erfahrungsgemäß stellen die Personalkosten einen großen Block dar. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Hauptsache so billig wie möglich. Wenn auch auf Kosten der dort beschäftigten Menschen und der Fahrgäste. Sicher ist auf jeden Fall, dass die neuen Züge allein keine Qualitätsverbesserung darstellen.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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