Leserbriefe

Rentenanpassung wird ausgesetzt

25.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Horst Rottländer, Frickenhausen. Die ehemaligen Mitarbeiter von Metabo haben in den letzten Tagen einen überaus freundlichen Brief mit dem Vermerk „Vertraulich“ erhalten. Mit Sicherheit kam im ersten Augenblick Freude auf, als man den Briefkopf sah, stand doch eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Überprüfung der Betriebsrente an. Doch beim Weiterlesen des Briefes, spätestens bis zum sechsten Abschnitt, hat so mancher die Faust in der Tasche geballt, als ihm klar wurde: eine Rentenanpassung für die geleistete Arbeit für bei manchen zehn, 20, 30, ja sogar 40 Jahre und mehr wird ausgesetzt.

Nun, mir ist nicht klar, warum ein solches Schreiben vertraulich behandelt werden soll, vielleicht weil man sich sonst schämen müsste, eine so wahnsinnig hohe Betriebsrente zu kassieren, oder dass man nun auf wenige Cent verzichten muss, oder weil die Firma zurzeit knapp bei Kasse ist. Obwohl nach Aussagen der Geschäftsleitung der Umsatz um zwölf Prozent auf 338 Millionen Euro gesteigert werden konnte. „Die guten Bedingungen auf dem Absatzmarkt sowie auf dem Kapitalmarkt müssen jetzt ausgenutzt werden, um den Ausbau der strategischen Geschäftsfelder zu beschleunigen“, war dazu in einem Artikel zu lesen, hört, hört.

Freuen wir uns, ein wenig dazu beizutragen, Weihnachtsgelder, Provisionen und Dividende an die Anteilseigner zu erhöhen, auch wenn es für uns etwas schmerzlicher sein sollte. Ach, wer sonst, wo gekürzt und aufgeschlagen wird, räumt uns schon ein, gegen einen „Verzicht“ beziehungsweise Preisaufschlag Widerspruch einzulegen?

Den Wegfall von Todesanzeigen, der Treffen von ehemaligen Betriebsangehörigen haben wir verkraftet, da werden wir doch auch wohl wegen weniger Cent Aufschläge unserer Betriebsrente zugunsten neuer strategischer Absatzmärkte nicht im Wege stehen. Haben wir also Verständnis für die überaus schlechten Zeiten, die der Firma ins Haus stehen.

Wie hieß es da früher in den Anzeigen: „Wir werden ihm/ihr ein ehrendes Andenken bewahren“. Das beruhigt doch ungemein.

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