Leserbriefe

Reaktion der Muslime zum Teil gerechtfertigt

27.09.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Yunus Baslig, Nürtingen. Zum Leserbrief „Video und Reaktion sind überflüssig“ vom 22. September. Der religiöse Fanatismus zeigt doch mal wieder, wie wichtig die Bildung im Allgemeinen ist: Bildung ist der Weg zum vernünftigen Umgang miteinander, des Weiteren ist man dann auch kein leichtes Ziel der Manipulation für Extremisten, wie zum Beispiel in Pakistan, was sich in den Städten abspielt. Es ist unschwer zu erkennen, dass der eigentliche Film sich von der Fälschung im Gesprochenen unterscheidet.

Sätze einzumontieren, um den Eindruck zu erwecken, dass der Film von vornherein so gedreht wurde, ist ein gezielter Hassaufruf.

Auch die Unterstützer des Filmes, die Ausstrahlung und Veröffentlichung auf Youtube.com, gießen nur noch mehr Öl ins Feuer. Es sind überwiegend Jugendliche, die durch Hasspredigten und westliche Hetze sich zu einer gewaltbereiten Armee aufschließen, jedoch nicht den Sinn des Islam verstehen.

„Wenige Taten mit (Hintergrund-)Wissen bringen Nutzen, viele Taten mit Unwissen jedoch bringen keinen Nutzen.“ Zitat Prophet Muhammed (Friede sei über ihm). Wie sehr kennt man den Propheten Muhammed, um in seinem Namen so barbarisch, erniedrigend und verspottend vorzugehen?

Im Koran, Sure 21 (Enbiya) Vers 107 steht: „(O mein Prophet) Wir haben Dich einzig und allein als Gnade und Segen für die Welten gesandt.“ Welch ein Recht soll es erlauben, Religiöses und Heiliges zu verhöhnen – etwa eine Beleidigungsfreiheit? Die Muslime dürfen in solchen Situationen nicht mit Wut, sondern mit Verstand und Besonnenheit vorgehen, wie in Freiburg, Münster und Cuxhaven.

Dadurch ermöglichen wir die transparente Auslebung des wahren Islams, um Missverständnissen, Vorurteilen wie auch Hassverbreitungen aus dem Weg zu gehen. Denn nur so verfehlen die Drahtzieher ihr Ziel, bei Muslimen immer wieder ein Brandfeuer zu entfachen und Szenarien wie im Osten in aller Welt zur Schau zu stellen, um eventuell sogar von anderen Geschehnissen abzulenken.

Statt sich mit provokativen, jedoch sinnlos aufgeputschten Amateurfilmen zu beschäftigen, sollten die Blicke auf Gebiete wie Birma (offiziell Myanmar) gerichtet werden, wo regelrecht ein Massaker auf die muslimische Minderheit, mit Hilfe vom Staat (so die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch), begangen wird. Genauso in der Vergangenheit, wo in Bosnien ungefähr 8000 – vor allem Jungen und Männer zwischen 12 und 77 Jahren – getötet wurden.

Sich für diese Menschen starkzumachen und Menschenmengen zu bewegen ist sinnvoller, als jene Gewalt zu verherrlichen und unschuldige Menschen in den Tod zu treiben. Die Bezeichnung „islamistische Mitbürger“ ist eine politische Ideologie, Muslim wäre angebrachter.

Der Weg der Religion besteht zu 99 Prozent aus Ethik, Gebet, Jenseits und Tugendhaftigkeit. Nur ein Prozent ist Rechtsordnung. Und dieses ist die Sache des Staates.

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