Leserbriefe

Problematik ist notstandswürdig

13.10.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jens Hojdar, Neuffen. Zum Artikel „200 Flüchtlinge ziehen in Sporthalle“ vom 8. Oktober. Im kurzfristig errichteten Flüchtlingslager in der Turnhalle der Schöllkopf-Schule Kirchheim durch Rettungsdienst und Feuerwehr am vergangenen Mittwoch musste das Landratsamt kurzfristig innerhalb eines Tages über 250 aus Ellwangen zugeteilte Flüchtlinge unterbringen. Die organisatorische Not des Landrats und der Kreisverwaltung war so groß, dass neben dem Rettungsdienst und freiwilligen Helfern die Altersabteilung der Feuerwehr Kirchheim sowie weitere Einheiten der freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis mit Transport- und Katastrophenschutzfahrzeugen zu Hilfe gerufen wurden. Andere Feuerwehren wurden auf die Landesmesse berufen, um dort Massen-Unterkünfte aufzubauen.

Ich selbst war Teil einer solchen Einheit und erlebte zum ersten Mal den direkten Flüchtlingskontakt und die chaotischen Umstände mit. Die Flüchtlinge waren bereits vor Ort, als die Unterkunft errichtet wurde. Es handelte sich zum größten Teil um Männer zwischen 20 und 40. Ich konnte lediglich eine Handvoll Familien ausmachen. Als wir am Abend fertig waren, begannen – noch vor dem Einzug – die ersten rund 20 Flüchtlinge, mit Bettlaken als Transparente umfunktioniert, die Schöllkopfstraße entlangzuziehen, um gegen diese Unterbringung zu demonstrieren. In der Sporthalle begannen bereits zwei Männer ein Handgemenge . . . 

Nächste Woche wird die Sporthalle der Fritz-Ruoff-Schule in Nürtingen umfunktioniert werden müssen. Dann gibt es keine kreiseigenen Sporthallen mehr, in denen Sport betrieben wird. Danach wird es genauso kurzfristig auf kommunaler Ebene weitergehen müssen, der Winter steht vor der Tür und im Landkreis existiert aktuell ein Überhang von rund 1800 Flüchtlingen, die noch nicht untergebracht beziehungsweise verplant sind. Diese Zahl wird weiter massiv steigen. Es bleibt keine Zeit für den Bau von Gebäuden oder Containersiedlungen mehr. Wir werden überrollt. Das sind notstandswürdige Umstände. MdL Karl Zimmermann war abends vor Ort; seinen Erfahrungsbericht auf Facebook lohnt es sich zu lesen.

Ich frage mich, warum ich in den Medien nur sehr schwer oder kaum Informationen oder Tatsachenberichte darüber finde. Warum werden diese offensichtlichen, massiven Probleme nicht offen diskutiert sondern immer schöngeredet? („Wir schaffen das!“)

Leserbriefe

Die Zahlen sind sehr unvollständig

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