Leserbriefe

„Privatisierung ist ein Irrweg“

07.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Mitsch, Wendlingen. Zum Artikel „Wachleute misshandeln Asylbewerber“ vom 29. September. Neoliberale kennen nur einen einzigen Weg, der Unternehmen, Organisationen und ganze Staaten zu Wohlstand und Sicherheit führt. Dieser Weg heißt: Privatisierung!

Schon längst hat sich dieser Weg als Irrweg erwiesen: privatisierte Stadtwerke, Wasserver- und -entsorgung, Kliniken, Müllabfuhr und so weiter haben gerade das Gegenteil davon bewirkt. Strom und Wasser, öffentliche Verkehrsmittel, klinische Behandlung und vieles mehr wurde nicht billiger, sondern teurer.

Der Service wurde schlechter, weil sich Arbeitgeber vom Arbeitsmarkt „billige“ Arbeitskräfte holten, die weder von ihrer Qualifikation noch von ihrer Einstellung und ihrem Auftreten her für die Arbeit geeignet waren, für die sie eingestellt wurden. Dank Hartz IV sind „prekäre Arbeitsverhältnisse“ stark angestiegen. Es ist unerträglich, wenn sich Bund, Länder und Gemeinden bei der Erteilung von Aufträgen nicht vorher genau über die Unternehmen erkundigen, die als Auftragnehmer in Frage kommen.

Jetzt gehen Meldungen durch die Presse, dass in Burbach und Essen von Mitarbeitern der europaweit tätigen „Asylantenbetreuungsfirma“ Home Care Bewohner von Asylantenheimen misshandelt und in widerwärtigen Posen fotografiert wurden.

Es ist sicher für die zuständigen Behörden nicht immer einfach, für Asylanten all das bereitzustellen, was zur Führung einer menschenwürdigen Existenz erforderlich ist. Es ist mehr als unverständlich, wenn Behörden hierzu ein Unternehmen beauftragt haben, das sich andient, bei der Betreuung der Asylanten zu helfen.

Unternehmen wollen Geld verdienen. Die Mitarbeiter von Home Care wollen und sollen für ihre schwierige Arbeit entsprechend entlohnt werden. Dadurch wird der Profit von Home Care verringert. Die öffentlichen Auftraggeber sind deshalb gehalten, ihre privaten Vertragspartner genauestens zu zu überwachen, dass diese ihre Profite nicht wichtiger nehmen als die Erfüllung ihrer Verträge!

Leserbriefe

Nürtingen für die Enkel und Urenkel

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Freie Wähler plädieren für Investorenwettbewerb am Neckar“ vom 20. Juli sowie einigen anderen Veröffentlichungen dieser Tag.

Ich gehe bald auf die achtzig zu. Sollen Weib, Kinder und Enkel sagen, am besten kommt der Alte gleich ins Heim? Denn wenn er…

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