Leserbriefe

Primitiver Reflex oder die Wahrheit

11.02.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Leitartikel „Neid führt zu nichts“ vom 6. Februar. Zorn kommt auf, wenn man den Leitartikel von Rainer Wehaus liest: „Neid führt zu nichts“. Der Redakteur von den Stuttgarter Nachrichten schreibt: „Der Mensch hat auch ein Hirn, das ihn ertüchtigt, primitive Reflexe zu vermeiden“. Oh Wehaus, der ganze Artikel ist ein „primitiver Reflex“ und die Schwaben rufen in solchem Fall „Herr, schmeiß Hirn ra“! Gerade der Abbau des Sozialstaats hat zu der verheerenden Umverteilung hin zu den Reichen geführt, die mit der Senkung von Spitzensteuersätzen und niedrige Steuern auf Kapitalerträge noch zusätzlich gefördert wurden. In ihrer Not wurden auch viele Super-Reiche zu Flüchtlingen, die mit all ihrem unversteuerten Geld in die Oasen flüchten, die auf nahen und fernen Inseln auch von EU-Staaten mit helfenden Banken und vielen Briefkästen bereitgestellt werden.

Die Millionen „normale“ Flüchtlinge kommen häufig aus Ländern, in denen auch Europa und Deutschland Fluchtursachen geschaffen haben, die trotz aller Politiker-Sprüche überhaupt nicht „bekämpft“ werden. Es gibt schon mehr als 160 sogenannte „Frei“-Handelsabkommen, mit denen Ausbeutung, Verarmung und Krieg in viele Länder getragen wurde. Deutschlands Reiche profitieren davon mit Waffenhandel und maßlosen Exportüberschüssen. OXFAM hat zum Weltwirtschaftsforum in Davos Erschreckendes gemeldet: Ein Prozent Reiche auf der Welt besitzen genau so viel wie die 99 Prozent Rest-Menschen. Das genügt den Super-Reichen, denen all die Konzerne gehören, aber noch lange nicht: Mit den Abkommen TTIP und CETA soll endgültig „Freiheit für die Konzerne“ herrschen mit weiterem Abbau von Sozialleistungen und „Handelshemmnissen“ wie Gesundheit, Umweltschutz et cetera. Alles soll „privatisiert“ und „dereguliert“ und die Macht der Staaten und Parlamente weiter reduziert werden, denn die „Neue Weltordnung“ braucht keine Demokratie mehr.

Dieser Leserbrief ist nach Meinung von Rainer Wehaus zwar ein „primitiver Reflex“, aber mein Hirn hat mich „ertüchtigt“, diese Wahrheiten zu verkünden.

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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