Leserbriefe

Positionen dürfen sich auch ändern

07.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen, Stadtrat der Nürtinger Liste. Zum Kommentar „Vom Segen zum Fluch“ vom 28. Februar. Wenn ich alles schon für mich entschieden hätte, bevor ich zu einer GR-Sitzung gehe, brauchte ich gar nicht erst hinzugehen, könnte meine Entscheidung online abgeben, und die Stadt könnte sich den ganzen Sitzungsaufwand einsparen. Ich gehe hin – wie alle meine Kolleginnen und Kollegen auch –, um meine Gesichtspunkte, die ich nur vor der Bürgerschaft und mir selber verantworten muss, mit denen der anderen und der Verwaltung zu vergleichen und abzuwägen. Dabei ist es schon einige Male vorgekommen, dass meine Position sich gewandelt hat, manchmal sogar noch nach einer Abstimmung, die dann für mich zu früh gekommen war, durch Gespräche mit Bürgern und mit Fachleuten, vor allem aber nach vertiefter Auseinandersetzung mit der Sache, falls dies zwingend erschien. Ich war ursprünglich gegen die Biogasanlage, befürworte sie aber nach Abwägung vieler Aspekte, die mir davor noch nicht verfügbar waren. Ich habe für die Wiederwahl von OB Heirich plädiert, um ein nicht auszuschließendes Desaster in der Verwaltung zu vermeiden, obwohl mir seine Ablösung durch einen Kandidaten auf gleicher Augenhöhe lieber gewesen wäre. Ich gestehe, auch in Sachen Teufelsbrückle mittlerweile anders zu denken.

Geld für musische Bildung für die Kinder, die heute in Kindergarten und Grundschule gehen, scheint mir besser angelegt zu sein als in einem nostalgischen Objekt am Waldhang. Ich glaubte auch, man müsse die Teilortautonomie erhalten, um gewachsene dörfliche Strukturen zu bewahren. Gehen die aber zugrunde durch Optimierung der Verwaltung? Ich glaube es nicht, Beispiele gibt es hinreichend viele, und ich stimme dafür, ob mich das bei der nächsten Wahl Stimmen kosten würde oder nicht. Wir Roßdorfer etwa, zusammen mit Braike und Enzenhardt, haben mehr Einwohner als alle Teilorte zusammen, und weniger Einfluss als jeder der fünf Teilorte, die regelmäßig in jeder Sitzung präsent sind. Deswegen bin ich nicht amüsiert, wenn geänderte Entscheidungen als „Umfallen“ oder „Rolle rückwärts“ bezeichnet werden, vor allem wenn sie ohnedies ein starkes bürgerschaftliches Votum berücksichtigen. Wie denn sonst sollte Bürgerorientierung und Basisdemokratie vonstatten gehen?

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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