Leserbriefe

Politische Gewalt stimmt bedenklich

28.01.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Großaufgebot der Polizei schirmte Stadthalle weiträumig ab“ vom 23. Januar. In unserer Stadt waren letztes Wochenende mehr als hundert Personen überwiegend aus dem linksautonomen Spektrum unterwegs, die offensichtlich bereit waren, ihre politische Überzeugung auch mit Gewalt durchzusetzen. Vermutlich hätte sich diese Gewalt aber nicht nur gegen die politischen Gegner, die Teilnehmer des Parteitags der AfD, gerichtet, sondern auch gegen die Stadthalle und das Eigentum völlig unbeteiligter Bürger. Augenscheinlich wurde nur durch die gute Vorbereitung des Ordnungsamts unserer Stadt und mehrere Hundert Polizisten verhindert, dass es tatsächlich zu diesen Gewalttaten kam.

Interessant ist, worum es beim Parteitag der AfD ging: Sie nominierte ihre Kandidaten für die Bundestagswahl im kommenden Herbst. Das ist eine notwendige Voraussetzung für eine demokratische Wahl. Jeder, der die AfD nicht mag, kann im Herbst eine andere Partei wählen. Oder auch jetzt schon öffentlich gegen die AfD Stellung beziehen. Viele haben dies letztes Wochenende auch friedlich getan.

Aber mit Gewalt einen Parteitag verhindern? – Wer zu so etwas bereit ist, akzeptiert offensichtlich weder demokratische Spielregeln noch demokratische Entscheidungen. Mich stimmt die zunehmende politische Gewalt in unserem Lande gegen alle möglichen Gruppen, wegen ihrer Herkunft, Religion, politischen Überzeugung und so weiter, bedenklich. Sie lässt für die kommende Bundestagswahl Schlimmes befürchten.

Vielleicht sollten wir uns wieder an den Grundsatz des Antitotalitarismus erinnern: Also die konsequente Ablehnung jeder politischen Bewegung, die auf absolute Machtausübung zielt. Egal ob sie von rechts oder links oder aus irgendeiner anderen Richtung kommt. Und darauf, dass Gewalt kein legitimes Mittel sein kann, sich in einer Demokratie durchzusetzen.

In diesem Sinne möchte ich mich zum Schluss bei allen bedanken, die sich letztes Wochenende in unserer Stadt demokratisch betätigt und dadurch ein Beispiel gegeben haben, dass unsere Demokratie funktioniert. Sie ist es wert, von ihren Bürgern mit Leben erfüllt zu werden. Besonders möchte ich mich bei der Nürtinger Zeitung für ihre ausgewogene Berichterstattung bedanken und bei der Stadtverwaltung und der Polizei dafür, dass sie Recht und Ordnung aufrechterhalten haben. Die Polizisten dürften schließlich am längsten in der Kälte gestanden haben. Ihnen ist es zu verdanken, dass unsere schöne Stadt heute noch so aussieht wie vorletzten Freitag.

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