Leserbriefe

Politikverdrossenheit und Glaubwürdigkeit

08.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manfred Bäurle, Wendlingen. 2011, das Jahr der Wahlen. Bei diesen Wahlen muss man wissen, dass hier die politischen Weichen für mehrere Jahre gestellt werden. Für die Bürgermeisterwahl in Wendlingen kann ich nur hoffen, dass sich mehrere qualifizierte Kandidaten bewerben und die Wähler die Chance haben, einen für die Stadt und ihre Bewohner sehr guten Bürgermeister zu wählen. Mein Wunsch wäre, einen parteilosen Kandidaten wählen zu können. Die Bürger sind aber auch aufgerufen, zur Wahl zu gehen und den geeigneten und besten Kandidaten zu wählen. Bei den Vorstellungen der Kandidaten hat man die Möglichkeiten, sich ein Bild von den Bewerbern zu machen, um sich dann entscheiden zu können und eine gute Wahl zu treffen.

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März steht vor der Tür. „Wahltag ist Zahltag“. Es wird endlich Zeit, dass die zur Wahl stehenden Politiker begreifen und handeln, Politik für die Menschen zu machen. Mit Wahlversprechungen, die nicht eingehalten werden, lässt sich die vorhandene Politikverdrossenheit nicht abstellen. Hier nur einige Beispiele: Von der FDP, der Partei der Besserverdienenden, mit ihrem Vorsitzenden Herrn Außenminister Westerwelle, stammt der Spruch „Mehr Netto vom Brutto“. Was ist übrig geblieben, besonders für Rentnerinnen und Rentner, für die ich besonders spreche und die keine große Lobby haben? Auch die anderen Parteien wie CDU, SPD, Grüne und Linke müssen sich daran messen lassen, was sie alles den Menschen versprochen haben. Politik hat hier eine große Verantwortung und sollte sie auch wahrnehmen. Einige Politiker nehmen diese auch wahr und sie verdienen auch meinen Respekt, aber leider viel zu wenige. Deshalb: „Wahltag ist Zahltag“ für alle Parteien. Die SPD musste schmerzlich erfahren, wie es ist, wenn man das Vertrauen der Wähler verspielt hat.

Stuttgart 21 hat hier einmal sehr deutlich gezeigt, wie die Politik versagt hat. Ein unterschätzter Widerstand. Die Demonstrationen über Monate haben gezeigt, dass Basta-Politik der Vergangenheit angehören muss. Herr Geißler von der CDU hat hier einen guten Job gemacht. Hoffentlich haben alle Parteien an diesem Beispiel begriffen, dass Politik die Bürger rechtzeitig informieren und mitnehmen muss. Wir alle bezahlen diese Projekte und haben deshalb das Recht, an der bestmöglichen Lösung beteiligt zu werden.

Ich persönlich weiß leider noch nicht, welche Partei mein volles Vertrauen am Wahltag erhält. Als Rentner habe ich aber eine Vorauswahl getroffen, und nun liegt es an den Parteien, mein Vertrauen durch Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit zu gewinnen.

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