Leserbriefe

Politiker ohne Scham und Charakter?

26.04.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerald Hau, Nürtingen. Es ist schon erstaunlich, wie Politiker von CDU und SPD im Land mit ihren schweren Wahlniederlagen umgehen. Da ist einmal Guido Wolf, der sich gleich zum CDU-Fraktionsvorsitzenden wählen lässt, oder Nils Schmid, der nach der verheerenden Niederlage seiner Partei eigentlich sein Landtagsmandat abgeben müsste, es aber nicht einmal schafft, als Parteivorsitzender zurückzutreten. Als Nürtinger erinnern wir uns auch noch gut an Schmids Wahlkreisflucht, da Reutlingen als sicherer SPD-Hafen gilt – aber hoffentlich nicht mehr lange.

Beide Politiker verbindet, dass sie egomanische Berufspolitiker sind, die nicht gerne auf ihre Privilegien und monetären Pfründen verzichten möchten, auch wenn sie abgewirtschaftet haben. Der Bürger ist aber nicht ganz so blöd, wie es diese Politiker gerne hätten, er findet beide einfach unsympathisch und den empathischen Kretschmann eben nicht. Ja, und dann sind da noch die Erklärungsversuche für den Erfolg der AfD. Die SPD hätte auf mehr sozial machen sollen (!), dabei ist die „Agenda 2010“ der SPD (inklusive der Riester-Rente) das größte Förderprogramm für „Rechtsradikalismus und Fremdenhass“, das in der Bundesrepublik je aufgelegt wurde. 2003 hätte man als Linker besser Edmund Stoiber gewählt, denn dann wären die sozialen Grausamkeiten der SPD so nicht durchgegangen. Am 1. Mai wird aber Dr. Nils Schmid wieder zum Arbeiterfest gehen, weil er ja „Nerven wie Eiswasser hat“, um die Arbeitnehmerschaft, die leider reihenweise AfD (siehe Mannheim) gewählt hat, zu beglücken.

Interessant dürfte noch der Werdegang des bald ehemaligen MdL Kunzmann werden. Es ist billig zu behaupten, dass die Abwahl nur mit Kretschmann zu tun hat, denn viele seiner ehemaligen Wähler sind ja auch zur AfD abgewandert, und das, obwohl die „Wir-schaffen-das-Mutti“, die sich nicht dafür schämt, eine Million Langzeitarbeitslose in Deutschland nicht in Lohn und Brot bringen zu können, sogar nach Nürtingen kam. Noch-MdL Kunzmann ist mit Anfang fünfzig für den Arbeitsmarkt wohl schwer vermittelbar, wenn ihn nicht sein CDU-Netzwerk auffängt, wo allerdings derzeit auch viele auf Arbeitssuche sind.

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