Leserbriefe

Politik und Wirtschaft

26.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Stefan Kromer, Wendlingen. Ist das nicht sonderbar? Da liest man, die deutsche Regierung erkennt das Kosovo an, und weiß doch genau, dass die Mehrheit des deutschen Volkes dies nicht tun würde. Vorausgesetzt, das Volk würde erfahren, dass man mit dieser Anerkennung gegen das Völkerrecht verstößt. Auch beim aktuellen Thema Steuerhinterziehung würde das Volk sicher anders entscheiden. Es würde keine höheren Strafen fordern oder Daten-Diebe für ihren Diebstahl fürstlich entlohnen, sondern eine konsequente Anwendung des bestehenden Rechts und eine Änderung des Steuer- und Bankensystems fordern. Vorausgesetzt, die Mehrheit der Steuerzahler wüsste, wie hoch die Strafen sein könnten, wie leicht der Gesetzgeber Bankgeheimnis und Steuerrecht ändern könnte und wie ungerecht eine Steueramnestie ist, die nur Vermögende mit genügend Geld in der Portokasse begünstigt.

Oder beim Großen Forst, wie sähe da die Entscheidung der Bürger aus? Gäbe es eine Mehrheit in Nürtingen, die den Kampf um ein paar hundert, überwiegend schlecht bezahlte, Arbeitsplätze der Lebensqualität und der Zerstörung wertvoller Böden vorziehen würde? Wie kommen Politiker zu ihren Entscheidungen und für wessen Interessen fällen sie diese? Oft denke ich, dass das deutsche Volk extrem leidensfähig ist und sich alles gefallen lässt. Bei der Menschenkette im Großen Forst am vergangenen Sonntag hatte ich aber das Gefühl, dass es bei der Mehrheit der Bürger doch eine Grenze gibt, die nicht überschritten werden sollte. Vielleicht kann sich daraus ein Bewusstsein für das Gesamte entwickeln und die Mehrheit fängt an, Politik und Wirtschaft in ihrer gesamten Handlungsweise zu hinterfragen. Wenn ein Mensch in unserer persönlichen Umgebung einen Fehler macht, wird er in der Zukunft bei allem, was er tut, kritischer beäugt. Dieses absolut normale Verhalten sollte gegenüber den Personen des öffentlichen Lebens eine Selbstverständlichkeit sein.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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