Leserbriefe

„Polemik aus sicherer Entfernung“

05.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erika Czuday, Nürtingen. Zum Kommentar „Das wahre Gesicht“ vom 30. Juni. Der Kommentar von Matthäus Klemke ist die größte Unverschämtheit, die ich in der Nürtinger Zeitung je gelesen habe, er ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich um Integration der bisher im Roßdorf wohnenden Flüchtlinge bemühen und bisher bemüht haben. Er ist billige Polemik aus der untersten Schublade, der Versuch, das Roßdorf als braunen Sumpf darzustellen.

Ich bin wütend, fassungslos und stelle es auf eine Stufe mit den Pamphleten, die leider Gottes in letzter Zeit im Roßdorf immer wieder kreisen. Ist das das wahre Gesicht der Nürtinger Zeitung?

Die Veranstaltung der Stadtspitze war längst überfällig und ist in absolut geordneten Bahnen verlaufen. Es wurden Ängste angesprochen, die es nicht nur im Roßdorf gibt, Ängste, die aufgrund der Vorkommnisse an Silvester in Köln geweckt wurden, aber nie von den zuständigen Stellen angehört oder nur abgewiegelt wurden. Ich teile diese Ängste nicht unbedingt, trotzdem fühle ich mich nicht ganz wohl dabei, dass 40 junge Männer vor meiner Haustür ihr Quartier bekommen. Es ginge mir aber mindestens genauso, wenn diese jungen Männer Deutsche wären!

Ja, es gibt im Roßdorf bestimmt einige Gegner der Flüchtlingsunterbringung, aber die Bewohner der Kernstadt haben einen Heiligenschein, da gibt es solche Menschen nicht. Das war Ironie, falls das jemand nicht verstehen sollte.

Das größte Problem ist aber nach wie vor die Hochspannungsleitung. Gesundheitliche Gefährdungen sind nicht auszuschließen. Und es ist immer noch menschenverachtend, dort die Menschen einzuquartieren, die keine andere Wahl haben. Der Kommentator soll doch unter die Hochspannungsleitung ziehen, wenn er meint, es sei absolut unbedenklich. Aber aus der sicheren Entfernung lässt sich gut Polemik machen.

Normalerweise bin ich ein friedlicher Mensch und kann unterschiedliche Meinungen nebeneinander stehen lassen, aber hier fällt mir nichts mehr ein. Nebenbei, ich habe meine Wohnung an die Stadt vermietet und dort wohnt inzwischen eine syrische Familie, mitten im Liebermann!

Leserbriefe

Hotel und Biergarten – aber kein Betonbunker

Alfred Schmidt, Nürtingen. Zum Artikel „Hotel mit Biergarten am Neckar“ vom 18. Mai. Ich stimme Herrn Raimund Braun (NT 14) voll zu, wenn er die Architektur des „Hotelneubaus“ kritisiert. Recht hat er, wenn er ein Satteldach und eine Verkleinerung des Baukörpers fordert. Dann würde sich das…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe