Leserbriefe

Polarisierung ist nicht zielführend

10.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pit Lohse, Nürtingen. Zum Artikel „Kulturzentrum oder Hochschulstandort“ vom 31. August. Kunst ist ein Teil der Kultur und Kultur ist ein Teil der Kunst. Eine Polarisierung Kunst gegen Kultur ist nicht zielführend.

Um was geht es eigentlich: Der Gemeinderat hat in einer Kulturausschuss-Sitzung der Verwaltung und deren Bürgermeisterin den Auftrag gegeben, ein tragfähiges Konzept bis zum 17. September für das Areal am Neckar auszuarbeiten. Acht Einrichtungen, darunter auch die Hochschule für Kunsttherapie (HKT), haben in unzähligen Sitzungen an einem Konzept gearbeitet. Neben dem Inhaltlichen war auch die Frage der Finanzierbarkeit zu klären. Eine Vorstellung und eine konzeptionelle Prüfung durch das Kultusministerium erfolgte und wurde für sehr gut befunden. Daraus ergaben sich folgende Zusagen: Übernahme von einem Drittel der Baukosten- und der Sanierungsmaßnahmen, ein einmaliger Zuschuss für die Ausstattung sowie einen laufenden Betriebskostenzuschuss in gleicher Höhe der Stadt. Die gesamte Verwaltungsspitze war intensiv in diesen Prozess eingebunden. Eine Informationsfahrt nach Freiburg wurde durchgeführt, um das E-Werk anzuschauen und auf Herz und Nieren zu prüfen.

In 14 Tagen ist Abgabetermin und das Konzept soll dem Ausschuss und dem Voll-Gemeinderat zur Begutachtung und zur Bewertung vorgelegt werden. Dort ist der richtige Platz für Meinungsbildung, Dialog, Kritik und Konzept-Verbesserungen. Nicht dass man mich falsch versteht: Es ist sehr wohl möglich, den Gedanken, HKT und FKN auf dieses Areal zu bringen, nachzugehen. Dies wurde auch in der Gruppe geprüft. Hätte man einen Kunsthochschul-Campus gewünscht, hätte man mit detaillierten Vorgaben des Gemeinderats dies zusätzlich herausarbeiten können.

Die Fragen, die bleiben: Was will man nun mit einem neuen Antrag kurz vor der Berichterstattung im Gemeinderat erreichen? Ist es die Finanznot? Dies kann nicht sein, da auch die HKT einige Jahre braucht, um dort einen Bau zu installieren und umzuziehen – eine Zeitnot fällt aus dem vorherigen Grund dann wohl auch aus. Ist es Wahlkampf? Wahlkampf für die Bundestagswahl könnte man vermuten, für die Kommunalwahl ist es zu früh – die ist erst in einem halben Jahr. Ist es eine weitere Beschäftigungsmaßnahme für die Verwaltung und die vielen Ehrenamtlichen? Dies kann es eigentlich auch nicht sein, da die Überlastung der Verwaltung bekannt ist und die Anerkennungskultur des Ehrenamtes ein hohes Gut in Nürtingen ist.

Ein bekannter Gemeinderat und Handwerker sagt: Arbeitsauftrag formulieren, erteilen und Abgabetermin setzen. Eine rechtzeitige Abgabe muss erfolgen, dann wird geprüft und beraten. So ist es seit Jahrhunderten und dies ist ein guter Brauch. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

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