Leserbriefe

Pofalla, Snowden und die Amerikaner

08.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Pofallas Persilschein“ vom 26. Juli. „Du Contrat social“ oder Gesellschaftsvertrag nannte Rousseau (geistiger Wegbereiter der französischen Revolution) sein Buch über das Verhältnis von Staat und Gesellschaft. Er verpflichtete darin die Politik zur Moral (dem Respekt des Staats vor den Rechten des Bürgers) und einer Tugend, welche die Freiheit des Menschen zum Eckstein des politischen Gebäudes legt. Der spätere Vordenker, Hegel, spricht dann vom „souveränen Untertan“ und dem „untertänigen Souverän“ – einer Beziehung zwischen Bürger und Staat, die an den Moralkodex von Rousseau anknüpft und unserem Grundgesetz nicht fremd ist.

Vorgestellte Maxime politischer Verhältnisse zwischen Bürger und Staat, bringen uns gedanklich wieder in die Nähe ursprünglicher Bedürfnisse. Sicher ist, dass ein Staat, der sich an den Grundrechten seiner Bürger vergreift, mit der Maßgabe sie zu schützen, ihnen einen Bärendienst erweist. Es gibt keinen größeren Schutz als richtig verstandene und als solche gelebte Unsicherheit, sie bedingt den Schutzeinsatz aller für gesellschaftlich relevante Werte; sie liefert permanent gemeinschaftliche Lösungen des jeweils aktuellen, zeitbestimmten Bedarfs – nicht ganz ohne Gefahr für Agitation; aber Freiheit lebt Risiko, muss sie leben. Sogenannte westliche Sicherheitsanstrengungen, die prophylaktisch im Dauereinsatz an die persönliche Unterwäsche eines jeden gehen, sind die Vorbereitung für einen Totalitarismus nie gekannten Ausmaßes.

Leugnen wir unsere dunkle Seite? Wissen konstruiert Macht und ich versichere als Mensch – dieses Wissen wird missbraucht und missbraucht werden, entgegen allen Versprechungen. Die Gewalt (und Macht steht für Gewalt in engster und weitester Bedeutung), die letztlich von nabelgeschnürten amtlichen Schlachtfeldauguren hinter Bildschirmen und Konservendeponien ausgeht, hat Konsequenzen, die niemand ruhig schlafen lassen sollten. Politische Führer, die für sich den aktuellen Sinnenausfall beanspruchen oder den Snowden enttarnten globalen Konventionsbruch zwischen Staaten und Gesellschaften verharmlosen, sollten schon mal das selbst gestrickte Kopftuch amerikanischer Art vor den Mund binden und über Gnadenentwürfe für eine Menschheit sinnieren – zur Übung. Die Bemühungen der Menschheit für die soziale und geistige Selbstvernichtung variieren seit Jahrtausenden – die Perfektion reift gerade.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe