Leserbriefe

Peer Steinbrück und die K-Frage

13.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Mitsch, Wendlingen. Zum Artikel „Kann Peer Steinbrück Kanzler werden?“ vom 6. Oktober. Überraschend positiv beurteilten von der Nürtinger Zeitung befragte Passanten den Kandidaten und die Kandidatur des Herrn Steinbrück für das Amt des Bundeskanzlers. Die Befragten scheinen sich auch nicht von dem schrillen Medienrummel darüber beeindrucken zu lassen, dass Steinbrück für gutes Geld Vorträge bei Banken hält. Daraus kann noch nicht hergeleitet werden, dass Steinbrück käuflich ist.

Wohl aus innerster Überzeugung vertritt er aber eine Politik , die ein Klima geschaffen hat, das Banken und Unternehmer begünstigt und gerade diejenigen benachteiligt, die schon mit vielen anderen Benachteiligungen zu kämpfen haben. Steinbrück ist bekennender Anhänger von Hartz IV und der Agenda 2010. Hartz IV ist Armut und Ausgrenzung per Gesetz. Der Regelsatz von 382 Euro im Monat (ab 1. Januar 2013) ist so niedrig, dass Millionen Betroffener damit nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Wenn die Jobagentur jeden ohne Rücksicht auf vorherige Tätigkeit und Qualifikation zum Kloputzen für einen Stundenlohn von 3,50 Euro verdonnern kann, dann wirkt Hartz IV wie eine disziplinarische Peitsche.

Die Agenda 2010 führte zu einem Anwachsen des Niedriglohnbereichs, in den Hartz-IV-Empfänger „hineingepeitscht“ werden – obwohl viele dieser Arbeitsplätze für die Zunahme körperlicher und seelischer Leiden verantwortlich sind. Wünscht Herr Steinbrück, dass in Deutschland Zustände wie in einem Arbeitslager einreißen? Wünscht er sich eine Arbeitswelt, in der pausenlos zu Nutz und Frommen und ohne Rücksicht auf Verluste die Profite der Unternehmer und der Banken gemehrt werden? Es ist zu hoffen, dass sich die Bürger von Blättern wie der Vier-Buchstaben-Zeitung nicht auf den Nebenkriegsschauplatz der Vortragshonorare abdrücken lassen, sondern nüchtern rechnen, wie sich die Agenda-Politik auf ihre Löhne und ihre (künftigen) Renten auswirkt. Vielleicht beantworten sie dann die K-Frage anders.

Leserbriefe

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