Leserbriefe

Pauschale Aussagen und Verdrehungen

11.08.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sem Schade, Wendlingen. Zu den Leserbriefen „Die zwei Gesichter der Unterstützer“ und „Die Aussagen der Grünen-Politiker“ vom 9. August. Mit welcher Berechtigung behauptet Herr Ackermann, Deutschland habe gegen EU-Recht verstoßen, obwohl der Europäische Gerichtshof 2017 Merkels Handeln explizit nach der Eintrittsklausel als legal beurteilte? Die Grundlage hierfür ist eine freiwillig eingebrachte Solidarität. Die Solidarität, Menschen in Lebensnot zu retten. Die menschliche Solidarität, die Herrn Ackermann offensichtlich fehlt, da er diese Entscheidung nicht nur nicht mit trägt, sondern auch noch dagegen wettert.

Natürlich sind unter den vielen Flüchtenden sehr wenige einzelne schwarze Schafe, aber die rechtfertigen es nicht, gegen die breite Masse zu hetzen. Mit seiner Begründung könnte man auch den NSU oder die Reichsbürger nennen und von diesen aus schließen, dass alle Deutschen Verbrecher seien. Das ist beides derselbe Blödsinn und ich fordere mehr Differenziertheit. Noch viel schlimmer empfinde ich, diese Lüge über den EU-Verstoß als Rechtfertigung zu missbrauchen, an anderen Stellen gegen Richtlinien zu verstoßen und anderen Menschen zwei Gesichter vorzuwerfen. „Die hat glaube ich mal das gemacht, jetzt dürfen wir auch das machen.“

Gedanken, genauso wie die pauschale Behauptung willkürlicher Gesetzesbrüche der Regierung zum Schluss des Leserbriefs, sind demokratischen Anforderungen nicht würdig. Geantwortet darauf, warum Herr Ackermann oder die AfD keine Schweigeminute bei Opfern ohne Flüchtlingseinfluss fordern, wurde erneut nicht. Demzufolge ist dies weiterhin eine Instrumentalisierung eines schrecklichen Ereignisses für Hetze. Eine Frage an Herrn Sterr: Wie kann man denn stolz darauf sein, wo man geboren wurde? Da hat man keinen Einfluss darauf und Herr Sterr und ich hatten schlichtweg mehr Glück als viele andere Menschen, beispielsweise in Syrien. Ich teile Herrn Habecks Ansicht, viel mehr auf die sozialen Errungenschaften eines Landes stolz zu sein, als blind auf das Land selbst. Diese Differenzierung hat Herr Sterr vermutlich aus Versehen in seinem Leserbrief unerwähnt gelassen, sodass es einen deutschlandfeindlichen Eindruck erweckt. Und auf Basis dieser aus dem Kontext gerissenen Pauschalisierung Politikern ihre Kompetenz abzusprechen, ist schlichtweg aus der Luft gegriffen.

Leserbriefe

Profitmaximierung statt Naherholung

Harry Nitschko, Wolfschlugen. Zum Artikel „Wildschweine gesucht“ vom 1. Dezember. Es ist sehr begrüßenswert, dass sich viele Gemeinderäte in Wolfschlugen des Themas Waldgebiet Sauhag annehmen und gegenüber der Forstverwaltung auch mal klare Kante zeigen. Es kann ja nicht verwundern, dass sich…

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