Leserbriefe

Otto Zondler und die Strohstraße

06.03.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erich Besemer, Nürtingen. Zum Artikel „Heimatbund sucht Ort für Gedenkstätte“ vom 23. Februar. Ich bitte die Stadt, das unmittelbar mit dem Blockturm (der als Gedenkstätte für Otto Zondler im Gespräch ist) verbundene Gebäude Strohstraße 17 mit Nachdruck in die Überlegungen einzubeziehen.

Das Häuschen ist seit Jahrzehnten im Besitz der Stadt. Seither gammelt es „zum Ruhme Nürtingens“ vor sich hin. Dabei ist es eine Rarität. Die Stadtmauer ist Bestandteil seiner östlichen Giebelseite, im Westen kuschelt es sich an das anschließende Bauernhaus. Dieses ist in der Kernstadt das einzige noch existierende Anwesen aus Nürtingens bäuerlicher Vergangenheit. Beide sollten in der ihnen eigenen Art erhalten bleiben.

Haus 17 war zu Lebzeiten von Otto Zondler noch bewohnt und alte Nürtinger erinnern sich an August Post und seine Frau Hedwig, wie auch an ihren Nachbarn, den Mesner Schmohl von der Stadtkirche Nürtingen. Er hat mit seiner Frau und seinen vier Kindern im Anwesen Strohstraße 15 die letzte Landwirtschaft in Nürtingens Altstadt betrieben. Die Milch seiner Kühe hat unserer Familie das Überleben im Zweiten Weltkrieg erleichtert.

Seine beiden Söhne blieben der Landwirtschaft dadurch treu, indem Rudolf im WüWa-Lagerhaus Saatgut, Saatkartoffeln, Düngemittel auslieferte, im Herbst das Obst unserer Streuobstwiesen annahm, den Mostereien zuführte, im Rücktausch Säfte der verschiedensten Art herausgab. Eugen widmete sich erfolgreich den Baumschulen und der Rosenzucht.

Der Entscheidung der beiden Brüder ist es zu verdanken, dass das Anwesen Schmohl in seinem Urzustand erhalten geblieben ist – bis auf „d’ Gülle-Pump“. Dieser letzte originale Winkel unserer Altstadt aus dem vergangenen Jahrtausend sollte unverändert erhalten bleiben.

Wenn es gelänge, die Zondler-Gedenkstätte im Haus 17 unterzubringen, wären folgende Ziele erreicht: Beendigung des Zerfalls eines beispiellosen Nürtinger Kulturdenkmals. Otto Zondler und sein Sohn würden sich freuen, wenn sie sähen, wie ihr Vermächtnis auch äußerlich sichtbar zum Erhalt von Alt Nürtingen beitrüge. Nicht Unterschlupf gewähren in einem gesicherten Denkmal, dem Blockturm, müsste das Ziel unserer Stadt sein, sondern vielmehr erweiternde Restaurierung gemeinsam mit Otto Zondler. Während das von ihm zusammen mit seinen Aufbauschülern geschaffene Modell ein Abbild Alt-Nürtingens widerspiegelt, würde die Restaurierung von Haus 17 dem Erhalt der realen Stadtbefestigung dienen, ein weiterer zukunftsträchtiger Beitrag des Schwäbischen Heimatbundes sein.

Leserbriefe

Friedens-Nobelpreis gegen Atombomben

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Der Appell“ vom 7. Oktober. Es kommt selten vor, dass ein Kommentar von Wolfgang Molitor in der Nürtinger Zeitung Zustimmung finden kann, aber diesmal hat er mit Recht den Friedensnobelpreis gelobt, den die „Internationale Kampagne zur Abschaffung von…

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