Leserbriefe

Nürtingen und der Neckar

11.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hellmut Kuby, Nürtingen. Zum Leserbrief Melchior-Areal: Jeder wurstelt vor sich hin“ vom 4. Januar. Wer die Diskussionen und Auseinandersetzungen um das Wörth- und das Melchior-Areal verfolgt, muss zu dem Schluss kommen, dass sich Nürtingen – repräsentiert von Gemeinderat und Verwaltung – mit „seinem“ Neckar schwer tut. Warum ist das so? Spielt der Neckar im Bewusstsein der Bevölkerung wirklich eine so unbedeutende Rolle? Ist der Neckar für die Stadt auf dem Bergsporn oberhalb des Flusses, die im Lauf der Zeit immer weiter nach Osten und Süden gewachsen ist, mehr Grenze (über die inzwischen drei Brücken führen), als Lebensader? Oder überwiegt die Hochwasserangst, weswegen man den Fluss mit immer höheren Dämmen oder Mauern einsperrt?

Gegen Ende der 70er-Jahre, als sich die BAIS (Bürgeraktion Innenstadt und Stadtentwicklung) gegen Bausünden und Baumfällen und damit für mehr Lebensqualität engagierte, formulierte Ulrich Schweizer als (ein) Ziel: Die Stadt am Fluss. Später im Innenstadtgutachten, dem Leitbild für Nürtingen, wurde neben der Verstärkung des Grüns an der Kreuzkirche ein Grünzug entlang der Heiligkreuzstraße zum Neckar gefordert. Als Baubürgermeister griff dann der Architekt Volker Fouquet den Gedanken Stadt am Fluss auf. Doch seine Amtszeit war leider zu kurz.

Während früher jenseits (westlich) des Neckars nur Galgen, Siechenhaus und Friedhof waren, sind heute außer der Straßenverbindung Stuttgart–Tübingen nur Hallenbad und Freibad interessante Ziele. Am Neckar selbst, der das Stadtgebiet von Neckarhausen bis Zizishausen auf eine Länge von sechs Kilometer durchfließt, gibt es meines Wissens außer beim Ruderclub und der Flößerstube (vietnamesisches Restaurant) keinen Ort, wo man am Ufer in freundlicher Umgebung (gastronomisch betreut) verweilen kann. Ich finde das sehr schade, denn ich kann mir kaum jemand vorstellen, ob Nürtinger oder Besucher, der so ein Angebot nicht (ab und zu) einmal wahrnehmen würde. Das ist doch noch etwas anderes als ein schöner Spaziergang (mit hie und da einer Bank) neckarabwärts von der Stadtbrücke entlang der Psychiatrie und der Bodelschwingh-Schule zum Festplatz in Oberensingen.

Die derzeitige Chance, dass auf dem Melchiorgelände am Neckar ein Ort mit Lebensqualität für alle entstehen könnte, ist doch riesengroß, angebunden an ein multifunktionales (Kunst und anderes) Zentrum. Wer sich die (nicht allzu große) Mühe macht, und von der Stadtbrücke neckaraufwärts zum Höderlingarten geht, der braucht nicht viel Phantasie, um sich – trotz noch vorhandener Baustellengitter – vorzustellen, welch buntes Leben im Bereich der neuen Fischtreppe einmal sein könnte: eine Attraktion für Nürtingen.

Leserbriefe

Expertenwissen oder Menschenverstand?

Rudolf Pfaff, Wendlingen. Zum Artikel „Eidechsenexperte hält Umsiedlung für schwierig“ vom 11. August. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – die umgesiedelten Eidechsen sind nach einem Jahr verschwunden. Diese undankbaren Wesen verschmähen offenbar die vom BUND für sie eigens…

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