Leserbriefe

Nürtingen – eine lernende Stadt

11.08.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Scharfenberger, Nürtingen. Zum Artikel „Bürgerbeteiligung nach Nürtinger Art?“ vom 4. August. Stadtentwicklung ist ein spannender Vorgang für alle Beteiligten, Bürger und Einrichtungen einer Kommune. Dabei wird zu oft lediglich an äußere Maßnahmen gedacht, geldwert, bauseitig, materiell und von Dauer. Da dies „durchzubringen“ Mühe bereite, solle man „nicht unnötig Aufhebens machen“ und die Dinge mehrheitssicher vorgekaut auftischen. Abteilung Tarnen, Täuschen und Attacke. Nürtingen ist krank davon. Als ob die Attraktivität Nürtingens am flüchtigen Glanz und Reibach diverser Bau-Denkmale hinge.

Mehr als jede mittelmäßige Baumaßnahme wirkt, wie Bürgerschaft und Stadtentwicklung verstanden und kommuniziert wird. Dieses Selbstverständnis und die Kommunikation betreffs der gewollten, mittelfristigen Entwicklung der Stadt bleibt derzeit in Nürtingen ein Geheimnis zu vieler Beteiligter.

Ich finde, dass die innere Stadtentwicklung ein gemeinsames Thema der Kommunalwahlen 2019 sein soll. Bei der Bundeswehr gab es mal einen lange andauernden Prozess, den man „Innere Führung“ nannte und der den Bürger in Uniform als Leitbild sah. Das hat der Bundeswehr gut getan, das hat der Bundesrepublik gut getan. Uniformen brauchen wir dafür nicht in Nürtingen, aber innere Stadtentwicklung, damit auch innere – wechselseitig lernende – Führung braucht es schon. Das können zu Mauschel- und Hauruckaktionen neigende Herrschaften in politischer Verantwortung nicht wirklich leisten.

Politiker, Parteien die dazu neigen, sollten in sich gehen und ihren Stil aktualisieren. Souveräne Bürger sollten dies von ihren Kandidaten und Vertretern verlangen. Innere Führung, hier im Sinne der inneren Stadtentwicklung, braucht ein auf die Kompetenz seiner Mitarbeiter bauendes Verhältnis und auch die Einsicht, dass miteinander lernen notwendig ist. Menschen in der Stadtverwaltung sind Bürger und auch hier braucht es ein auf die Kompetenz der Bürger bauendes Verhältnis. Auch ein Oberbürgermeister ist Bürger. Alle Vorgänge, die die Stadtentwicklung betreffen, müssen grundlegend für die Bürger transparent gestaltet sein und brauchen daher etwas Zeit. Der Oberbürgermeister und sein Team dürfen sich einfach darauf besinnen, dass auch sie Bürger sind und daher ein Interesse an vollwertiger Teilhabe der Bürgerschaft und Transparenz der inneren Stadtentwicklung haben.

Leserbriefe

Profitmaximierung statt Naherholung

Harry Nitschko, Wolfschlugen. Zum Artikel „Wildschweine gesucht“ vom 1. Dezember. Es ist sehr begrüßenswert, dass sich viele Gemeinderäte in Wolfschlugen des Themas Waldgebiet Sauhag annehmen und gegenüber der Forstverwaltung auch mal klare Kante zeigen. Es kann ja nicht verwundern, dass sich…

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