Leserbriefe

Nochmals zum Thema Marshallplan

10.10.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Wolfgang Bone, Lenningen-Gutenberg. Zum Leserbrief „Der Marshallplan und die Rückzahlung“ vom 15. September. Es ist richtig, wenn Frau Hofstadt schreibt, dass man sein Wissen nicht unbedingt dem Internet entnehmen kann. Hier kann schließlich jeder fast alles schreiben was er will, und mancher Möchtegern-Fachmann schreibt auch Unsinn. Das gute alte Lexikon ist manchmal besser, zumal man davon ausgehen kann, dass es Fachleute geschrieben haben. Das ERP (European Recovery Program, Europa-Hilfe-Programm) wurde am 6. Juni 1947 durch den US-Außenminister Marshall verkündet. Es wurden 16,3 Milliarden Dollar an Europa vergeben. Für die Bundesrepublik wurde ein Sondervermögen gebildet, das 6,5 Milliarden D-Mark betrug. Ein großer Teil dieses Geldes war ein Darlehen, das nie zurückgezahlt werden musste.

Was die Care-Pakete in der Bundesrepublik betrifft, kann ich nichts dazu sagen. Wir lebten damals in der DDR und bekamen von einer uns völlig unbekannten Mrs. Herzog Pakete, die uns sehr geholfen haben. Meine Mutter musste die Pakete bei der Post abholen und sie wurden vor ihren Augen geöffnet. Manche Sachen wurden sofort beschlagnahmt, so waren zum Beispiel Büchsen total verboten mit der Begründung, man wisse ja nicht was wirklich drin sei, der böse Klassenfeind Amerika könnte ja statt Sardinen auch Waffen in die Büchse geschmuggelt haben. Woher Mrs. Herzog wusste, dass wir eine bedürftige Familie mit Kindern waren, ist uns nicht bekannt. Aber ich bekam zur Konfirmation einen fast passgenauen Anzug von ihr, außerdem eine Latz-Jeanshose, zum Neid aller anderen Jungen in der Schule, zumal Jeans noch völlig unbekannt waren.

Und von einer anderen Person aus den USA, deren Namen wir nie erfahren haben, erhielten wir 1000 DDR-Mark, eine unvorstellbare Summe, so viel wie mein Vater damals in fünf Monaten verdiente. Die damalige umfangreiche Hilfe aus den USA sollten wir nicht vergessen. Natürlich geschah sie nicht aus reiner Nächstenliebe. Das heißt aber auch nicht, dass man immer unbedingt mit der Politik der USA einverstanden sein muss.

Leserbriefe

Nahverkehrsabgabe statt Schwarzfahren

Erwin Sass, Nürtingen. Zum Artikel „Schwarzfahrer – Sperren nicht umsetzbar“ vom 19. Oktober. Eine einfache Lösung wäre zum Beispiel den Solidaritätszuschlag abzuschaffen, stattdessen eine Art Nahverkehrsabgabe einzuführen, die dann auch jeder zahlen muss (auch die Schwarzfahrer) ob er will oder…

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