Leserbriefe

Nicht in Kubikmeter Beton messen

06.12.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Achim Fischer, Nürtingen. Zum Leserbrief „Jetzt reicht es aber auch“, vom 29. November. Ja, ganz recht, jetzt reicht’s! Man darf sich aber fragen, aus welchem Interesse heraus sich die Verfasserin des Leserbriefs nicht einfach gleich selbst beim Wort genommen hat, sondern wieder Öl ins Feuer gießt? Freuen wir uns doch einfach mit der angeblichen „Mehrheit der Bürger“, die der Verbauung des letzten zugänglichen Neckarufers in Stadtnähe so positiv gegenübersteht. Möglicherweise hat Frau Ley ja mit den über 20 000 Bürgern selbst gesprochen, oder gar Unterschriften gesammelt. Schließlich wird die Behauptung, dass die Mehrheit sich darüber freut, ja nicht einfach so zustande gekommen sein.

Mir ist jedenfalls noch niemand begegnet, der den Bauprojekten Wörth und Großer Forst positiv gegenüber steht und kein persönliches oder politisches Interesse daran hätte. Aber vielleicht hat sich die Mehrheit dieser Bürger ja auch versteckt, als die über 3000 belegbaren Unterschriften gegen die Wörthbebauung gesammelt wurden. Oder vielleicht ist der drastische Stimmenverlust der dafür verantwortlichen Fraktionen im Gemeinderat ein Zeichen dafür, dass die Bürger mit solchen Bauprojekten einverstanden sind? Und macht die Ablehnung der Petitionen diese Projekte jetzt wirklich um einen Deut besser?

Aber man muss Bürger, wie Frau Ley, ja eigentlich danken. Denn einer solchen Sichtweise, die Lebensqualität nicht in Freizeit-, Bildungs- oder gar Infrastrukturmöglichkeiten, sondern in Kubikmeter verbautem Beton misst, ist es geschuldet, dass keine Bruchbuden wie zum Beispiel der Steinerne Bau oder das alte Kaufhaus Hauber unsere Augen beleidigen und wir statt dessen solche architektonischen Kleinode wie die Passage 33, oder die Volksbank, oder das NC, oder . . . in unserer schönen Stadt haben. Und nochmals allergrößten Dank, dass die Außenbezirke jetzt dem Zentrum stilistisch angepasst werden. Gott sei Dank hebt sich Nürtingen damit von seinen Nachbarstädten Kirchheim (Bau eines Bürgerparks) und Esslingen (Ablehnung eines Logistikzentrums) ab. Ja sogar Metzingen hat eine weitere Bosshalle abgelehnt. Nur Nürtingen scheint in diesem Entwicklungsstadium noch lange nicht angekommen zu sein, wir stecken noch fest in der Immobiliendenke der 70er.

Die nachfolgenden Generationen werden es uns danken, genauso, wie wir uns über das Nagelhaus, das Europahaus, das NC, die Volksbank . . . bei unseren Müttern und Vätern bedanken können! Danke, dass ihr damals nicht genörgelt, sondern es einfach angepackt habt!

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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