Leserbriefe

„Nicht gegen die Herzen der Menschen“

07.03.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Gerhard Hergenröder, Wernau. Der evangelische Kirchengemeinderat von Wendlingen fällte eine problematische Entscheidung zur Zukunft der Johanneskirche. Wo es den Unterschied zwischen Votum des Herzens (Erhaltung), Ergebnis von Berechnung (Abriss) gibt, kann meines Erachtens eine Kirchengemeinde so nicht handeln: Sie darf nicht aufhören, in der Liebe, in gegenseitigem Respekt zu bleiben.

1. Eine Kirche ist ein Gotteshaus und damit aus Stein und mit den Herzen der Menschen gebaut, wo sie ihren Kummer, ihre Freude vor Gott tragen.

2. Nach dem Krieg strömten Menschen, ihrer Heimat beraubt, hierher und fassten nur mühsam wieder Mut zum Leben. Es war ihnen wichtig, ein Gotteshaus in ihre neue Mitte zu nehmen. Sie investierten viel Arbeit und Geld, obwohl sie selbst kaum welches hatten. Solche Menschen leben noch unter uns. Selbst wenn diese Kirche ein hässliches Entlein wäre: Darf man sie diesen Menschen wegnehmen? Mit welchem Recht? Dazuhin als traurigen Landesrekord zweimal innerhalb von nur 50 Jahren in Unterboihingen ein Gotteshaus abzureißen?

3. Verbleiben soll die über 500 Jahre alte Eusebiuskirche, ziemlich entfernt von Unterboihingen, zu weit zum Gehen. Wie viele Parkplätze gibt es dort?

4. Es ist schade, dass die Vorgänge alte Gefühle befeuern, die Unterboihinger würden wieder einmal über den Tisch gezogen.

5. Im Jahr 2017 wird das große Reformationsjubiläum „500 Jahre Reformation“ gefeiert. In den Reichsstädten fanden damals überall öffentliche Diskussionen statt. Ihr Ziel: Einführung oder Ablehnung der Reformation. Dann stimmte die versammelte Bürgerschaft ab. Nichts anderes als dieses kann eine solche Situation befriedigen, wie zuletzt die Abstimmung über S 21 bewies.

Leserbriefe

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