Leserbriefe

Neustart auf einem Scherbenhaufen?

12.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Viktor Ziegler, Wendlingen. Zum Leserbrief „Streit um die Johanneskirche“ vom 10. Mai. Für Herrn Rolf wiegt die Zwei-Stimmen-Mehrheit im Kirchengemeinderat, die über den Abriss der Kirche entscheidet, schwerer als viele Hundert Stimmen, die für den Erhalt der Kirche eintreten. Die Mitglieder des Kirchengemeinderates könnten zur Erkenntnis gelangen, dass vieles, was bisher in puncto Bauprojekt Johanneskirche unternommen wurde, keinen Anklang in großen Teilen der Kirchengemeinde, aber auch innerhalb der Bürgerschaft gefunden hat. Und schon ist die hauchdünne Abriss-Mehrheit entschwunden. Der Gemeinderat wird deshalb von uns in die Pflicht genommen, aber auch von der Initiative Pro Johanneskirche, weil es dem Hohen Haus nicht gleichgültig sein kann, dass so viel Unfrieden in der Stadt herrscht wegen des Abrissbeschlusses.

Wir sind überzeugt davon, der Gemeinderat könnte manches ins Lot bringen, weil zahlreiche Mitglieder des Gremiums aus der unrühmlichen Vereinigung der beiden ursprünglich selbstständigen Gemeinden Wendlingen und Unterboihingen ihre Lektion gelernt haben. Diese unsere Johanneskirche ist nach wie vor schön, sie erfüllt heute und auch in Zukunft in vorbildlicher Weise ihre Funktion als Versammlungsort für die Gemeinde.

Die Gemeindeglieder, die die Wendlinger Gottesdienste heute schon boykottieren, gibt es schon in größerer Zahl. Geht man zum Gottesdienst in die Kirchen der Umgebung, findet man immer auch andere Besucher aus Wendlingen. Diese Zahl wird sicher noch viel größer, wenn einmal die Abrissbirne zuschlägt.

Mit fast 87 Jahren kämpfe ich zusammen mit 40 eingetragenen Mitgliedern unseres Freundeskreises Johanneskirche für den Erhalt der Kirche, weil wir wissen, wie viele Menschen durch den Abriss der Kirche ein gutes Stück Heimat verlieren. Zu gerne würden die Kirchenspender ihre Spenden zurückfordern. In diesem Falle wäre die Kirchengemeinde arm dran. Matthias Rolf scheint sich mit der alternativen Kirchen-Machbarkeitsstudie nicht intensiv befasst zu haben, sonst würde er nicht von Destruktion reden. Diese Studie zeigt ganz deutlich, dass jede Gruppe in unserer Gemeinde einen entsprechenden Versammlungs- und Übungsraum beanspruchen kann. Auch können mindestens 24 behinderte Menschen einen geräumigen Wohnraum finden. Ich frage mich ziemlich hilflos und ratlos, wie auf einem Scherbenhaufen ein Gemeindeneustart möglich sein soll. Wer daran glaubt, gibt sich einer frommen Illusion hin.

Die Abrissbirne wird nicht nur kostbaren Stahlbeton zerschlagen, sondern auch viele Menschenherzen unheilbar verletzen.

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