Leserbriefe

Nebelkerzen der Union bei Gleichstellung

09.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Gericht stärkt Homosexuelle“ vom 20. Februar. Seit das Bundesverfassungsgericht die bisherige Regelung zur Stiefkindadoption bei lesbischen und schwulen Paaren für verfassungswidrig erklärt hat, meint man auch in den Reihen der Union erste Tendenzen zur Öffnung der Ehe erkennen zu können. Leider kommen allerdings erhebliche Zweifel an diesem Umschwung wenn man weiß, wie die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Hannover beschloss an der steuerlichen Diskriminierung festzuhalten. Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher auch, wie die hiesigen Mandatsträger der Union zu Gleichstellung stehen.

Als Beispiel mag der Landtagsabgeordnete Thaddäus Kunzmann dienen, der in der Aktuellen Debatte des Landtages zum Thema Gleichstellung am 13. Dezember Folgendes ausführte: „Der CDU-Bundesparteitag hat mit großem Engagement 90 Minuten das Thema diskutiert. Er hat sich in der Abwägung für ein Familiensplitting und gegen das Ehegattensplitting für eingetragene Lebenspartnerschaften ausgesprochen. Im Ergebnis haben beide Seiten bestätigt, es hat sich um eine Sternstunde politischer Diskussionskultur gehandelt. Ich war dabei, und ich kann das auch bestätigen. Wir erkennen an, dass auch in solchen Beziehungen Werte gelebt werden, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind. Dies gilt auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Wir werben für Toleranz und wenden uns gegen jede Form von Diskriminierung. Eine steuerliche Gleichstellung von eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften im Ehegattensplitting lehnen wir jedoch ab. Jetzt frage ich Sie: Fehlt es in diesem Beschluss an Respekt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften?“

Auf die letzte Frage des Herrn Kunzmann kann ich nur mit einem klaren Ja antworten! Auch Regenbogenfamilien sind Familien und es ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Mir scheint es in diesem Fall eher für wahrscheinlich, dass die Union wieder eine Nebelkerze gezündet hat. Gleichstellung muss aber praktisch umgesetzt werden. Es kann nicht sein, dass die stärkste Partei in der Bundesregierung sich in dieser Sache immer wieder vom Bundesverfassungsgericht treiben lassen muss.

Leserbriefe

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