Leserbriefe

Nazi-Untergrund und Verfassungsschutz

28.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Egon Eigenthaler, Nürtingen. Zu den Artikeln „Taten statt Worte“ vom 10. und „Wohllebens Aussage“ vom 17. Dezember. Die hässlichen Verbrechen, Mordbrennereien und Überfälle, die jetzt den toten Uwes, den Helfern und „Hintermännern“ der NSU derzeit in München angelastet werden, mit denen alle patriotischen Parteien damals als „geistige Brandstifter“ gebrandmarkt und sehr erfolgreich bekämpft wurden, sind weder deshalb noch durch eine andere „Notlage“ zu rechtfertigen. Doch es wird immer deutlicher, wo die wahren Anstifter zu suchen sind. Auch wenn weiterhin in „alle Richtungen nach rechts“ ermittelt wird und die „friedlich Steine werfenden Linken“ damit zu Straftaten ermuntert werden.

Das Recht aller Opfer und ihrer Angehörigen gebietet eine ehrliche und totale Aufklärung, selbst wenn dadurch so manchem „Ehrenmann“ seine Maske entfällt und von mancher Behörde ihr wahrhaftiges Tun zum Vorschein kommt. Wie die Berichterstatter zu Recht erwähnen und auch zu schreiben wagen, erzählte zwar nicht Zschäpe, sondern ihr Anwalt Heer erstmals „etwas Neues“ in der Märchenstunde.

Nämlich: Der Thüringer Neonazi Tino Brandt habe sie radikalisiert, und zwar genau zu der Zeit, als er Spitzel des Verfassungsschutzes war und 1994 den „Thüringer Heimatschutz“ (THS) gründete – die rechtsextreme Straßentruppe im Stil der SA, aus der, nach Überzeugung der Ermittler, der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) entstanden sei. Schließlich ist bekannt, dass die meisten Märchen eine versteckte Botschaft und wahre Ereignisse vermitteln, zumal durch die Aussage von Wohlleben dieser Vorwurf zusätzlich bestätigt wird. Dem wiederum die zwei weiteren Angeklagten Karsten S. und Holger G. widersprechen.

Ob die Richter nun den beiden Angeklagten „vermutlichen Rechtsterroristen“ oder dem mehrfach angeklagten, doch bisher straffrei gebliebenen und jetzt als „Kinderschänder“ einsitzenden V-Mann, unterstützt von den zwei Mitangeklagten, Glauben schenken, das wird hoffentlich nicht Katharina König, die Vertreterin der Linken im Thüringer Landtags-Untersuchungsausschuss, bestimmen.

Sie bezeichnet die Aussage als blanken Hohn für die Angehörigen der NSU-Opfer und als Ablenkungsstrategie. Welche der Aussagen sie meint, ist nicht schwer zu erraten. Würde das Gericht, gegen alle Erwartungen, Zschäpe und Wohlleben glauben (und nicht dem V-Mann oder Zschäpe), wäre eine V-Frau, die NSU von Geheimdiensten organisiert, mit dem „Segen“ der Innenminister von Thüringen wie von Baden-Württemberg ausgestattet. Stoff für einige „Tatort“-Krimis – aber was nicht sein darf, kann auch nicht sein . . . Wenn man über die Logik, wem (welcher Partei) sogenannte „fremdenfeindliche Gewalttaten“ nutzen, nachdenkt, dann wird klar: den Rechten sicher nicht!

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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