Leserbriefe

Naives Deutschland ohne Augenmaß?

08.10.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Wie ein Magnet wirkt das deutsche Angebot auf die Flüchtlingsströme aus dem Süden. Wir bieten einer fünfköpfigen Familie 1500 Euro netto und freie Wohnung. Diese Leistungen haben sich inzwischen bis zum letzten Kral herumgesprochen oder werden von kriminellen Schleuserbanden für ihr verbrecherisches Treiben aktualisiert. Wer will schon bei diesem Angebot seinem heimischen Elend nicht entrinnen. Auch die Wankelmütigen wagen den Trip in das deutsche Paradies, wo Milch und Honig fließen.

Es ist höchste Zeit, diese unüberlegte Leistung zu annullieren und wieder zu Sachleistungen zurückzukehren. Dann selektiert sich der Ansturm von selbst in politische und Armutsflüchtige. Trotz der schrecklichen Bilder, die uns übermittelt werden, darf unsere Politik die Realitäten nicht übersehen. Das Exemplar Mensch hat den Globus mit sieben Milliarden übervölkert anstatt zwei am Anfang des vorigen Jahrhunderts, deshalb geht an einer Kontingentierung kein Weg vorbei. Es muss Schluss sein mit dem süßen Getue der Kanzlerin, „Wir schaffen das und wir wollen und können der Welt ein neues Gesicht geben.“ Schließlich geht es zunächst um unsere Sicherheit.

Das sind keine Ferientouristen mit überschaubarem Aufenthalt, sondern Leute, die hier bleiben wollen, mit exotischer Mentalität. Die Schwierigkeiten der Unterbringung sind hinreichend bekannt. Das ist aber nur der Anfang, es ist die Speerspitze für weiteren Nachschub bei der Familienzusammenführung. Dass es sich dabei nicht nur um allernächste Angehörige, sondern um den ganzen Clan mit bis zu zwanzig Personen handelt, hat die Vergangenheit bewiesen. Unsere Kanzlerin gefällt sich in der Rolle der Schutzpatronin der neuen Völkerwanderung, aber für die Folgen finanzieller und kultureller Art muss das ganze Volk allein geradestehen. Von den europäischen Partnern ist keine Unterstützung zu erwarten. Die europäische Solidarität ist mal wieder keinen Pfifferling wert. Im Gegenteil, das ist ein deutsches Problem, sagt der Ungar. Dass sich die Flüchtlinge unseren Sitten und Gebräuchen anpassen, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Wir gehören zum Kulturkreis des christlichen Abendlandes mit der Freiheit der Person und Religion. Wir wollen keinen Nullwert der Frau wie im Orient, sondern selbstbewusste Wesen. Wir verurteilen Übergriffe auf Andersgläubige und erwarten Toleranz. Bei Asylanträgen muss die deutsche Sprache als Pflicht gelten, denn sonst erweitern wir die Ghettoisierung mit den unheimlichen Parallelgesellschaften. Hoffentlich besitzen unsere Behörden in dieser schwierigen Situation immer das richtige Augenmaß.

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