Leserbriefe

Musizieren stärkt das Gemeinschaftsgefühl

07.10.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Conny Rißler, Unterensingen, für die Musikschule Unterensingen. Zum Artikel „Musikalisch“ vom 28. September. Wie kann man als Journalist nur so etwas Wichtiges wie das Musizieren so in den Dreck ziehen? Das Leben unserer Kinder und Jugendlichen besteht doch zum Großteil nur noch aus „besser, schneller, größer, weiter . . .“. Überall sollen sie funktionieren und Leistung bringen. Demgegenüber steht beim Musizieren die Erfahrung, dass es nur gemeinsam toll klingt. Es nutzt nichts, wenn einer im Orchester Preisträger bei „Jugend musiziert“ ist. Alle Mitspieler sind gefordert und verantwortlich für den Gesamtklang. Ein sozialer Aspekt, der außerhalb der Musik meistens zu kurz kommt. Dass das Üben auch dazugehört ist unbestritten. Es ist ja sprichwörtlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber dies als nervig und Katzengejammer darzustellen zeugt vom Zeitgeist – lieber Grabesstille als Kinder in der Nachbarschaft.

Viele Musikschulen leisten hervorragende Arbeit in der musikalischen Frühförderung. Angefangen von der Musikalischen Früherziehung, in der Kinder bereits im Kindergartenalter spielerisch an die Musik herangeführt werden und viele verschiedene Instrumente kennenlernen und ausprobieren können. Eine weitere Einstiegsmöglichkeit bietet das vielerorts angebotene Instrumentenkarussell in der Grundschule. Hier beschäftigen sich die Kinder jeweils mehrere Wochen mit einem Instrument und finden zusammen mit den Eltern im Laufe des Schuljahres heraus, was ihnen am besten gefällt. So können Eltern mit ihren Kindern gemeinsam eine gute und fundierte Instrumentenwahl treffen.

Und dann ist da noch das allgegenwärtige Argument der zu hohen Kosten. Das schreckt natürlich alle ab. Wenn es aber darum geht, für zwei Wochen Familienurlaub mehrere Tausend Euro auszugeben, ist das nicht so abwegig wie für ein Instrument, das über viele Jahre, beziehungsweise sogar Jahrzehnte ein wichtiger Begleiter eines Kindes werden kann. Außerdem braucht es für einen Klavieranfänger auch nicht sofort einen Flügel für 10 000 Euro. Da tut es auch ein gutes Klavier, das im Fachhandel sogar gemietet werden kann. Mein klarer Appell an alle Eltern lautet: gebt euren Kindern die Chance, Musik zu machen!

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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