Leserbriefe

Mit Europa geht es doch besser

25.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sebastian Schöneck, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Artikel „Deutschland kann es auch alleine“ vom 18. Januar. Der Leserbrief und die Rhetorik der AfD bedienen lediglich ein diffuses Gefühl politischen Unbehagens; betrachtet man die Argumente, entbehren diese jeglicher Grundlage: Die zentrale Rolle der EU für den deutschen Wirtschaftserfolg ist „Gefasel“? Als Exportnation profitieren wir doch von der Abschaffung der Zollschranken in Europa! Würde es Deutschland hingegen „alleine“ versuchen und aus dem Euro austreten, würde die neue Währung derartig aufgewertet, dass deutsche Produkte für den Weltmarkt zu teuer wären. Die Folge: Steigende Arbeitslosigkeit.

Die europäische Freizügigkeit ist eine Belastung für den Sozialstaat? Es sind doch gerade hoch qualifizierte junge Menschen, die heute nach Deutschland kommen und dafür sorgen, dass wir weiter unsere Wirtschaftskraft erhalten können. Der Bildungsdurchschnitt der Zuwanderer liegt inzwischen über dem deutschen Durchschnittsniveau! Wir werden aus Brüssel „bevormundet“? Die EU hat in etwa so viele Beamte wie die Stadt Köln. Dass diese so regelungsfreudig sind, liegt daran, dass alle Mitgliedstaaten einen eigenen Kommissar mit eigenem „Ministerium“ wollen. Die Aufgaben der EU werden also in 28 unsinnig kleine Pakete zerteilt und jedes Haus versucht, über irgendwelche Initiativen die eigene Existenz zu rechtfertigen.

Dass wir als Bürger das nicht wirksam kontrollieren können, liegt daran, dass das europäische Parlament zwar inzwischen bei vielen Gesetzten mitentscheiden kann, die Kommission aber politisch nicht an die Parlamentsmehrheit, sondern an den guten Willen der nationalen Regierungen angebunden ist. Herrn Hiemers Kritik sollte sich daher nicht nach Brüssel, sondern nach Berlin oder Paris richten – dort wird eine Stärkung unserer Volksvertretung auf europäischer Ebene verhindert.

Also: Lassen wir uns nicht von bequemen Vorurteilen oder überzeichneten Ängsten leiten. Besser genau hinschauen. Dann sprechen die Argumente mittelfristig für Europa. Themen wie Klimaschutz können nur europäisch gelöst werden. Ich will auf die Vorteile eines geeinten Europas nicht mehr verzichten. Als junge, gut ausgebildete Menschen gibt es für meine Generation nichts, wovor wir Angst haben müssten. Sortiert man die unzutreffenden Behauptungen und Stereotypen aus der Argumentation von AfD und Herrn Hiemer aus, bleibt letztlich was? Dass Barroso Portugiese, Draghi Italiener und Andor Ungar ist? Wenn man glaubt, ein Argument damit garnieren zu müssen, jene Nationalitäten in Gegensatz zu Deutschland zu setzen, dann sagt das genug über die dahinterliegende Geisteshaltung aus.

Leserbriefe

Expertenwissen oder Menschenverstand?

Rudolf Pfaff, Wendlingen. Zum Artikel „Eidechsenexperte hält Umsiedlung für schwierig“ vom 11. August. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – die umgesiedelten Eidechsen sind nach einem Jahr verschwunden. Diese undankbaren Wesen verschmähen offenbar die vom BUND für sie eigens…

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