Leserbriefe

Milchbauer – ein Beruf ohne Zukunft?

04.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rainer Essl, NT-Reudern. Zum Artikel „Preisverfall treibt Höfesterben weiter an“ vom 28. Mai. Seit 2014 hat sich der Rohmilchpreis ab Erzeuger um die Hälfte reduziert, auch mit Unterstützung des Handels, der verarbeitenden Industrie und nicht zuletzt des Verbrauchers. Auch unsere Regierung hat mit dem als alternativlos unterschriebenen Lieferembargo gegen Russland das Leiden der Bauern befeuert, da Russland mit einem Einfuhrstopp gegensteuerte. Dazu kam noch der Preisverfall beim Rohöl, der eine Wagenburgstimmung bei den Russen erzeugte, die das riesige Land, mit Putin voran, durch ihre Leidenserfahrung erst recht nicht in die Knie zwingen konnte.

Nun ist die Not vor allem bei den kleineren Milcherzeugern angekommen. Der einsetzende Preisverfall vor acht Jahren stellte die Bauen vor die Alternative, mehr Menge zu produzieren oder die Höfe aufzugeben. Wobei Letzteres keine wirtschaftliche Lösung sein konnte. Das gilt auch für uns Verbraucher, da auch ein Teil unseres Volkswohls davon abhängt, ob man dieses Lebensmittel autark nach den Richtlinien der Hygiene in unserem Land erzeugen kann. Da sich der Milchpreis im freien Fall befindet, blieb dem Erzeuger, soweit es der Hof und die Agrarstruktur zuließen, den Viehbestand weiter aufzurüsten, um mit einer erhöhten Milchmenge das permanente Defizit abzumildern.

Die sukzessive Mengensteigerung überschwemmt den Milchmarkt, da ein potenzieller Abnehmer wie Russland fehlt und ein Preisverfall ist das Resultat, das die Industrie, der Handel, aber auch der Verbraucher kurzsichtig ausnutzt. Ein Instrument dagegen wäre eine vom Staat unterstützte Quotenregelung, aber dazu bedarf es eines konkreten Statements und keiner Sprechblasen wie so oft. Diese Regelung sollte europaweit durch Brüssel generiert werden, denn das Höfesterben ist ein europaweites Problem, da man Milch wie Mineralwasser verramscht. Wenn dadurch Brüssel in Zusammenarbeit aller Beteiligten es fertigbringt, die Milchschwemme abzubauen, um einen adäquaten Preis zu erzielen, wäre es ein Reputationsschub für Brüssel und eine Entlastung aller Bürger, denn er ist mit der Zahler, um unsere Höfe am Leben zu erhalten.

Auch sollte Europa überlegen, wie lange das Embargo gegen Russland noch andauern soll, denn im Hinblick auf die sich abzeichnende Rohölverteuerung wird es Russland wieder leichter fallen, mit den steigenden Ölpreisen sich alle Lebensmittel auf dem Weltmarkt zu beschaffen. Unser Land ist keine Insel der Glückseligen und ist nun mal von der Welt abhängig, dazu gehört Russland, aber auch Länder außerhalb Europas.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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