Leserbriefe

Mieses Rentenniveau einfach schöngeredet

31.08.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Egon Eigenthaler, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Die Steuerlasten gerechter verteilen“ vom 26. August. Die Schuld am sinkenden Rentenniveau heute sieht Frau Nahles in den düsteren Prognosen der ersten Jahre nach 2000, „als man, angesichts der 5,3 Millionen Arbeitslosen, das Rentenniveau von der Lohnentwicklung abgekoppelt hat und einen Dämpfungsfaktor in die Rentenformel einbaute“. Sie erwähnte dabei nicht, dass damals ihre SPD mit Kanzler Schröder von 1998 bis 2005 regierte.

Seit Ende 2013 ist Frau Nahles Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Heute erklärt uns die seit fast vier Jahren zuständige Ministerin: „Das kann und muss man korrigieren“. Wer, wenn nicht sie, hätte das längst tun können und müssen, anstatt sich zurückzulehnen und von ihren Erfolgen zu prahlen? Zumal sie jetzt auch noch behauptet: „Wir können es und wir müssen es, weil wir gemerkt haben, dass das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung – gerade bei den jungen Leuten – massiv gelitten hat“. Sie hat dabei keine Skrupel, das Scheitern der Riester-Rente den privaten Versicherern anzulasten und ihnen das Anbieten schlechter Produkte vorzuwerfen.

Dass man zwar nicht behaupten könne, die Rente ist sicher, aber durchaus, sie ist stabil, versteht sie wohl wie die Deutsche Bahn beim Tunnelbau das Einfrieren. So kritisiert sie auch Frau Merkel, die nach ihrer Version „nichts machen will bei der Rente“, also nichts verändern am Rentensystem mit den nötigen Anpassungen. Nahles’ SPD aber will das Rentenniveau auf dem heutigen Stand stabilisieren (schöngeredet), real, also einfrieren. Was dabei nun gerechter sein soll, darf man sich mit Hilfe ihrer Wahlkampflogik selber ausmalen.

Meinen offenen Brief an ihr Ministerium, in dem ich sie zu der Besserstellung der Ostrentnerinnen mit fast doppelt so hoher Anpassung gegenüber den Westrentnerinnen durch „Angleichung des Rentenniveaus Ost-West“ befragte, ließ sie viel über unterschiedliche Rentenwerte berichten (aktuell 95,7 Prozent des Westwerts), aber zu meiner Frage über die im Osten derzeit bereits höheren Rentendurchschnitte schweigt Frau Nahles. Obwohl eine DIW-Studie 2014 ergeben hat, dass Frauen im Osten 818 Euro, im Westen nur 576 Euro im Durchschnitt bekamen. Männer erhielten danach in 2014 im Osten 1057 Euro, im Westen nur 994 Euro Monatsrente. Nach der Logik von Ex-Kanzler Helmut Kohl und auch der meinen zählt aber nur das, was unterm Strich rauskommt!

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

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